Einreisehinweise für die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko

Einreisehinweise für die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird eine grenzüberschreitende Veranstaltung in den USA, Kanada und Mexiko. Angesichts der Komplexität der Einreisebestimmungen und der aktuellen politischen Rahmenbedingungen sind deutsche Fans gut beraten, sich im Vorfeld umfassend zu informieren.

Die WM beginnt am 11. Juni 2026 und umfasst 104 Spiele, von denen 78 in den USA ausgetragen werden. Die verschiedenen Einreisebestimmungen in den drei Ländern können für Verwirrung sorgen.

Für deutsche Staatsbürger gestaltet sich die Einreise in die USA relativ unkompliziert, da Deutschland Teil des Visa-Waiver-Programms ist. Ein Visum ist nicht erforderlich, jedoch muss eine ESTA-Genehmigung (Electronic System for Travel Authorization) vorab beantragt werden. Diese kostet 40,27 US-Dollar (rund 35 Euro) und ist zwei Jahre gültig. Aufgrund der WM sollten Fans ihre ESTA-Anträge frühzeitig stellen, da mit längeren Bearbeitungszeiten zu rechnen ist.

Wenn eine ESTA-Genehmigung nicht möglich ist, muss ein reguläres Visum beantragt werden. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn kein biometrischer Pass vorliegt oder wenn in der Vergangenheit Reisen in bestimmte Länder unternommen wurden. In solchen Fällen hat das US-Außenministerium ein beschleunigtes Visumverfahren für Ticketinhaber eingerichtet.

Bei der Einreise müssen Reisende zunächst die Primary Inspection durchlaufen, die eine Befragung, einen Pass-Scan und die Erfassung biometrischer Daten umfasst. Wer Unregelmäßigkeiten aufweist, wird zur Secondary Inspection weitergeleitet, was zu langen Wartezeiten führen kann. Im Jahr 2025 mussten laut offiziellen Stellen etwa drei Prozent aller Reisenden diese zusätzliche Kontrolle über sich ergehen lassen.

Die Wartezeiten können sich in speziellen Räumen stundenlang hinziehen, und die Beamten haben das Recht, Gepäck zu durchsuchen und detaillierte Fragen zu stellen. An der US-Grenze gelten strenge Regeln, und Beamte dürfen elektronische Geräte ohne richterlichen Beschluss durchsuchen. Wer sein Gerät nicht entsperren möchte, könnte im schlimmsten Fall zurückgeschickt werden.

Das Auswärtige Amt warnt, dass Vorstrafen in den USA oder falsche Angaben zur Einreise zu einer Verweigerung des Zutritts führen können.

Das geplante Social-Media-Screening, das Reisende aus Visa-Waiver-Ländern betrifft, ist zum Zeitpunkt der WM-Vorbereitungen noch nicht in Kraft. Reisende müssen möglicherweise bald fünf Jahre ihrer Social-Media-Aktivitäten offenlegen. Diese Regelung könnte theoretisch während der WM in Kraft treten.

Mark Pieth, ehemaliger Vorsitzender der FIFA-Governance-Kommission, rät Fans, die USA zu meiden, da sie im Falle von Missfallen der Beamten sofort zurückgeschickt werden könnten. Er äußerte Bedenken, dass die Sicherheitslage in den USA ähnlich wie in Mexiko sei.

Für Fans aus 39 Ländern, darunter Iran, Haiti und Syrien, ist die Teilnahme an der WM aufgrund von Einreiseverboten nicht möglich. Dies betrifft insbesondere die haitianische Diaspora, die zwar reisen könnte, aber dennoch nicht einreisen darf. Die FIFA hatte zuvor versichert, dass alle qualifizierten Teams und ihre Fans Zugang zu den Spielen erhalten würden, doch die Realität sieht anders aus.

Amnesty International und zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen haben Reisewarnungen für die USA herausgegeben, nicht wegen Krieg, sondern aufgrund der Sicherheitslage im Gastgeberland.

Die Frage, ob ICE-Agenten während der WM Fans kontrollieren werden, bleibt offen. Der Co-Vorsitzende des Organisationskomitees hat jedoch versichert, dass ICE-Beamte nicht in den Stadien eingesetzt werden sollen. Diese Zusage gilt jedoch nur für die Stadien, und was außerhalb der Stadien geschieht, bleibt ungewiss.

Menschenrechtsorganisationen warnen davor, dass marginalisierte Gruppen während der WM gefährdet sein könnten.

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