Eintracht Frankfurt: Erfolgreiche Strategie im Talentverkauf
Eintracht Frankfurt hat sich in den letzten Jahren auf den Verkauf von Top-Talenten spezialisiert. Diese Strategie wurde von Axel Hellmann, dem Vorstandssprecher des Vereins, verteidigt und mit einem weit verbreiteten Mythos aufgeräumt.
In Frankfurt haben Spieler wie Randal Kolo Muani, Hugo Ekitiké, Omar Marmoush und Luka Jović in der Vergangenheit das Talent des Vereins unter Beweis gestellt. Diese Spieler wurden gewinnbringend verkauft, was zu einem erfolgreichen Modell für die Adler wurde und ihnen ermöglichte, regelmäßig im europäischen Geschäft vertreten zu sein.
Hellmann trat entschieden der Kritik an diesem Modell entgegen: „Das halte ich für das einzig gangbare und richtige Modell für einen Klub unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“, erklärte er in einem Interview mit der FAZ. Er betonte die Notwendigkeit, Talente so weiterzuentwickeln, dass sie „zu einem guten Kurs in den Markt“ kommen können.
Ein aktuelles Beispiel für diesen Ansatz ist Nathaniel Brown, der für 50 Millionen Euro zum FC Bayern München gewechselt ist. „Wir haben ihm den Rahmen, die Begleitung und die Führung gegeben, um in kurzer Zeit zwei bis drei Entwicklungssprünge zu machen. Damit hat er sich für einen der größten Klubs der Welt empfohlen und wäre aus vielen Gründen jetzt nicht mehr zu halten gewesen“, erläuterte Hellmann.
Der Klub hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert, seit Fredi Bobic und Hellmann diese Strategie implementiert haben. Hellmann wies jedoch darauf hin, dass die Berechnungen in den Medien oft nicht korrekt sind: „Verschiedene, teilweise spekulierte Transfererlöse zusammenzuzählen und die unterschiedlichen, teilweise spekulierten Transferaufwendungen davon abzuziehen, ist oft Stammtischrechnerei. In der Realität ist das komplexer.“
Für Hellmann ist es entscheidend, dass unabhängig vom Geschäftsjahr, ob mit Rekordumsatz, Gewinn oder Verlust, sichergestellt wird, dass genügend Werte auf dem Platz stehen, die das Volumen der Investitionsfinanzierung deutlich übersteigen. „Da habe ich keine Sorgen“, so der 54-Jährige.
Der Klub konzentriert sich nicht nur auf einzelne Top-Talente, sondern auf mehrere Spieler. „Schauen Sie sich unseren Kader an und die Transfers, die wir machen: Da sehen Sie die ganze Bandbreite“, betonte Hellmann. Er fügte hinzu: „Uns ist wohl bewusst, dass der Faktor Mensch eine Rolle spielt. Elye Wahi zum Beispiel: Bei uns lief es für ihn nicht gut, in Frankreich hat er im letzten halben Jahr die Liga zusammengeschossen.“
Hellmann verwies auch auf die Erfolge der vergangenen Jahre: „Im Übrigen haben wir in den letzten fünf Jahren kumuliert einen Gewinn gemacht, bei gleichzeitiger viermaliger Qualifikation für europäische Wettbewerbe. Das zeigt doch, dass unser Modell wirtschaftlich und sportlich funktioniert“, bekräftigte er.
Zusätzlich zu dieser Strategie plant Eintracht Frankfurt, weitere Einnahmequellen zu erschließen. „Das ist zum Beispiel der Betrieb des Stadions, die Eigenvermarktung aller Klubrechte sowie Tochtergesellschaften mit Schwerpunkt auf Digitalisierung, Medienproduktion und Events“, nannte er weitere Bereiche, in denen der Verein aktiv investiert.