Eintracht Frankfurt Fans Zeigen Unterstützung trotz Niederlage

Eintracht Frankfurt Fans Zeigen Unterstützung trotz Niederlage

Reporter Christopher Michel verfolgt Eintracht Frankfurt kontinuierlich aus nächster Nähe und teilt seine Eindrücke in dieser Kolumne.

Frankfurt – Die Anhänger von Eintracht Frankfurt haben in der Regel ein feines Gespür für ihre Mannschaft. Kurz nachdem Gregor Kobel den entscheidenden Elfmeter pariert hat, was Borussia Dortmund den Einzug in die nächste Runde sichert, ertönt lauter Applaus aus der Nordwestkurve. Die Fans haben ihr Team über die gesamten 120 Minuten hinweg lautstark unterstützt.

Die Enttäuschung über das Ausscheiden ist groß, doch die Anhänger haben eine kämpferische Eintracht gesehen. Obwohl der Traum von Berlin und dem ersten DFB-Pokalsieg seit 2018 geplatzt ist, spendet das Publikum Trost. Auf dieser Leistung kann aufgebaut werden. In den anschließenden Diskussionen dreht sich zunächst alles um die Frage, ob der VAR künftig bereits in der zweiten Runde zum Einsatz kommen sollte.

War es ein Platzverweis für Aaron Anselmino? Stand Maximilian Beier möglicherweise im Abseits? Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann hat dazu eine klare Meinung: Ja zum VAR, wenn es um messbare Entscheidungen wie die Torlinientechnologie und Abseits geht. In anderen Fällen sollte man jedoch die Finger davon lassen. Das klingt nach einem durchdachten Plan, der zumindest eine ausführliche Diskussion verdient hätte.

In den Katakomben nach dem Spiel bleibt Zeit für große Emotionen. Das Wiedersehen mit dem ehemaligen Trainer Niko Kovač ist besonders schön. David Abraham, der unvergessene und stets willkommen geheißene „Capitano“ der Eintracht, trifft nach dem Schlusspfiff auf seinen ehemaligen Trainer. Gemeinsam haben sie am 19. Mai vor über sieben Jahren den Pokal nach Frankfurt geholt. Die Umarmung ist herzlich, und es wird viel gelacht beim Smalltalk.

Kovač ist weiterhin ein gern gesehener Gast in Frankfurt. Der damalige Pokalsieg hat alle Nebengeräusche vergessen lassen, wie den vorzeitig angekündigten Wechsel zum FC Bayern München und den misslungenen Bundesliga-Endspurt. „Dieser Sieg hat dem ganzen Verein einen entscheidenden Schub gegeben“, erinnert sich Wolfgang Steubing im Buch „Stimmen der Eintracht – Band 2“ von Autor Michael Horeni.

Gerade aus diesem Grund sind diese direkten Duelle für das lebenslange Mitglied der Eintracht nach wie vor etwas ganz Besonderes. Er winkt den Journalisten zu, als er das Podium betritt. Solche kleinen Gesten, wie das Nennen des Namens des Fragestellers und das sich Zeitnehmen für eine angemessene Antwort, strahlen eine besondere Wärme aus.

Nachdem die Lichter im Pressesaal ausgehen und er einen kurzen Plausch mit seinem Nachfolger Dino Toppmöller beendet hat, stellt er sich noch einmal in die Runde und begrüßt jeden Medienvertreter mit einem Handschlag. Der Pressesprecher von Borussia Dortmund kommt nach einigen Minuten und weist auf die Abfahrt des Mannschaftsbusses hin.

Die Uhr zeigt inzwischen 22 Uhr. Was bleibt den Verantwortlichen und Fans der Eintracht nach einer dramatischen Partie mit bitterem Ende? Zumindest die Gewissheit, dass Niko Kovač auch nach einem großen Sieg mit einem anderen Team die Eintracht immer im Herzen trägt.

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