Eintracht Frankfurt kämpft um defensive Stabilität
Eintracht Frankfurt sieht sich derzeit mit erheblichen defensiven Problemen konfrontiert. Die Ursachen dafür sind vielschichtig, und es stellt sich die Frage, ob ein Transfer möglicherweise falsch eingeschätzt wurde.
Insgesamt 187 Pflichtspiele bestritt Tuta, der Held der Europa-League-Saison 2022, für Eintracht Frankfurt. Dennoch gab es keinen nennenswerten Aufschrei, als der Brasilianer im Sommer ein Jahr vor Ablauf seines Vertrags für 15 Millionen Euro nach Katar wechselte. Die Hessen waren der Meinung, dass sie gut genug aufgestellt sind, um diesen Abgang ohne Ersatz zu kompensieren.
Max-Jacob Ost, ein deutscher Sportjournalist, Autor und Podcaster, produziert seit 2014 den „Rasenfunk“ und beleuchtet in „11 Leben“ das Leben von Uli Hoeneß. In einem exklusiven Gespräch mit Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports, betont Ost: „Ich glaube, dass Tuta der am meisten unterschätzte Abgang ist.“
Die Aufmerksamkeit richtete sich vor allem auf den Wechsel von Hugo Ekitiké für 95 Millionen Euro zum FC Liverpool. Doch Tuta war ein Spieler, der trotz gelegentlicher Fehler konstant auf hohem Niveau spielte. Der 26-Jährige war zudem flexibel einsetzbar; Trainer Dino Toppmöller setzte ihn als Innen- und Rechtsverteidiger sowie im defensiven Mittelfeld ein.
Aktuell steht die Eintracht in der Defensive unter Druck. Rasmus Kristensen fällt aus, und Sechser Ellyes Skhiri ist nach einer langen Verletzungspause noch nicht wieder vollständig fit. Toppmöller kann die Formschwäche einzelner Spieler nicht kompensieren, was zu Beginn der Saison schmerzhaft ist. Bereits jetzt haben die Frankfurter gegen Union Berlin (3:4) wertvolle Punkte liegen lassen.
Wenn auch Schlüsselspieler wie Kapitän Robin Koch und Arthur Theate nicht ihr volles Potenzial abrufen, wird es für die junge Mannschaft schwierig. „Wenn man betrachtet, was der Eintracht gefehlt hat, dann war es defensive Stabilität. Offensiv hat das Team zwar noch Luft nach oben, hat sich jedoch Chancen erarbeitet. Defensiv wurden jedoch zu viele Möglichkeiten zugelassen“, analysiert Ost.
Es wird eine große Herausforderung für Toppmöller sein, die notwendige Balance im Spiel der Hessen herzustellen. Derzeit kommen die Gegner zu einfach zu Torchancen, und die Angreifer von Union konnten zu oft alleine auf Torhüter Kaua Santos zulaufen. Vor allem die erfahrenen Spieler müssen schnell wieder in Form kommen.
Neun Gegentore nach vier Ligaspielen sind eindeutig zu viel. Die Eintracht ist mit einem Schnitt von 1,27 Gegentoren pro Partie in die Champions League 2024/25 gestartet. Im Durchschnitt können die Angreifer normalerweise nicht regelmäßig 2,25 Gegentore ausgleichen. Wurde die Bedeutung von Tuta tatsächlich unterschätzt?