Eintracht Frankfurt reagiert auf Vorfälle gegen VfB Stuttgart
Eintracht Frankfurt sieht sich nach den Vorfällen im Spiel gegen den VfB Stuttgart mit erheblichen Konsequenzen konfrontiert. Vorstand Philipp Reschke steht in der Verantwortung.
Frankfurt – Der Vorfall in der Nordwestkurve während des Spiels zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart (2:2) am 34. Spieltag hat weitreichende Folgen. „Das Thema wird uns über den Sommer hinaus beschäftigen“, betonte Vorstand Philipp Reschke. Bei der großen Pyroshow der Hessen wurden zwei Frauen und ein Mann verletzt.
Die erste Frau wurde von einem Raketensplitter getroffen, was zu Brandverletzungen an Haaren, Ohr und Gesicht führte. Die zweite Frau konnte erst nach zehn Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden und erlitt Verbrennungen im Bereich der vorderen Schulter. Über die Verletzungen des Mannes liegen bislang keine näheren Informationen vor.
Der Schock über die Vorkommnisse ist Reschke deutlich anzusehen. Mit ruhiger, aber klarer Stimme stellte er fest: „Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem die Zeit der Unschuld vorbei ist.“ Lang wurde geglaubt, dass Bengalos nicht gefährlich seien und keine schwerwiegenden Verletzungen verursachen könnten. Dieses Bewusstsein ändert sich nun bei allen Beteiligten: „Wir können uns nicht mehr hinter der Illusion verstecken, dass nichts passieren wird.“
Reschke machte klar, dass alle Gremien sich in dieser Angelegenheit einig sind. Die Diskussionen dazu waren nicht kontrovers: „Die Fanszene übernimmt die Verantwortung dafür, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.“ Einen konkreten Maßnahmenkatalog konnte der 53-jährige Jurist jedoch nicht präsentieren.
Er stellte jedoch fest: „Ein Fort Knox wird es nicht geben. Das hilft am Ende niemandem weiter. Es muss ein sinnvoller und zielgerichteter Mix sein.“ Es gehe um „Überzeugungsarbeit“. An eine Abschaffung der Stehplätze, wie sie in England praktiziert wird, glaubt Reschke nicht. Dennoch darf es kein „Weiter so“ geben.
Der Grundsatz, dass nichts mehr die Hand verlassen dürfe, wurde während des Spiels mit Füßen getreten. Eine Rakete landete auf dem Spielfeld, und es gab immer wieder laute Böllerschläge. „Dieser Samstag war grenzwertig. Gut schlafen konnte ich danach nicht“, gestand Reschke. Ob ähnliche Vorfälle wiederholt werden könnten? „So etwas Wahnsinniges wird nicht mehr stattfinden – da bin ich zuversichtlich.“