Eintracht Frankfurt: Rückblick auf den Abgang von Omar Marmoush
Eintracht Frankfurt hat im Winter Omar Marmoush zu Manchester City transferiert. Sportvorstand Markus Krösche blickt offen auf diese Entscheidung zurück.
Frankfurt – Der Weg von Eintracht Frankfurt in die Champions League wurde maßgeblich von einem Spieler geprägt, der nur ein halbes Jahr im Verein war: Omar Marmoush. Der Ägypter erzielte in 26 Pflichtspielen 20 Tore und gab 14 Vorlagen. Manchester City zahlte im Januar 80 Millionen Euro für den 26-Jährigen.
Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung räumte Krösche ein, dass sie den sportlichen Erfolg im Hinblick auf die wirtschaftliche Vernunft aufs Spiel gesetzt haben. „Wir wussten, dass wir den besten Scorer der Hinrunde verlieren würden. Gleichzeitig waren wir uns bewusst, dass wir uns im Winter-Transferfenster bewegen mussten, was die Wahrscheinlichkeit, die Champions League zu erreichen, durch den Verkauf verringern würde“, erklärte der 44-Jährige.
Zu diesem Zeitpunkt lag die Eintracht mit 33 Punkten auf dem dritten Platz. Krösche war sich der Tragweite dieser Entscheidung bewusst: „Das sind weitreichende Entscheidungen, die treffe ich nicht leichtfertig und nicht alleine. Das ist ein Risiko, das einen nachts weniger schlafen lässt. Letztendlich wird unsere Arbeit am sportlichen Erfolg gemessen.“
Der Eintracht-Vorstand gestand, dass der Verkauf verrückt erschien, betonte jedoch: „Wir mussten die beste Entscheidung für den Klub treffen, auch wenn wir damit riskieren, kurzfristig unsere Ziele zu verfehlen. Zudem war es der Traum des Spielers, für Manchester City in der Premier League zu spielen, was unsere Entscheidung maßgeblich beeinflusste.“
Trainer Dino Toppmöller nahm die Herausforderung an und formte das Team neu. In der Rückrunde sammelte die Eintracht 27 Punkte, verteidigte den dritten Platz und feierte den erstmaligen Einzug in die Champions League. Den Grundstein dafür legte die Mannschaft gemeinsam mit Marmoush, der den Klub in seinen 18 Monaten in Frankfurt entscheidend prägte.
Michael Reschke, der zum Zeitpunkt des Transfers vom VfL Wolfsburg zur Eintracht im Sommer 2023 noch für die Agentur CAA Stellar tätig war, lobte bereits vor Wochen im exklusiven Gespräch mit Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports: „Markus Krösche agierte mit absoluter Professionalität, stets gepaart mit hoher Empathie.“
Marmoush kam ursprünglich als Ersatz für den zur SSC Neapel gewechselten Jesper Lindström, der im offensiven Mittelfeld spielte. Krösche hatte die Aufgabe, Marmoush von seiner Rolle bei der Eintracht zu überzeugen. Wolfsburg wollte den auslaufenden Vertrag verlängern, und auch zwei bis drei weitere Bundesligisten zeigten Interesse an einem ablösefreien Transfer.
Reschke hob die Vorgehensweise der Eintracht hervor: „Die Art und Weise, wie Markus Krösche Omar, dessen Familie und seinen Beratern die Eintracht sowie Omars Rolle und Entwicklungspotenzial vermittelt hat, war erstklassig. Ich habe selbst zahlreiche Transfers abgewickelt und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Markus dabei spitze ist.“
Er gab weitere Einblicke: „Durch meinen engen Kontakt zu Pep Guardiola und Txiki Begiristain weiß ich, dass die Verhandlungen mit Manchester City beim Transfer von Omar von gegenseitigem Respekt geprägt waren. Pep und Txiki haben eine hohe Meinung von Markus. Der Austausch war professionell – niemand umschreibt Dinge und es werden keine unrealistischen Erwartungen geweckt.“
Marmoush ist „ein klassisches Beispiel für optimale Spielerentwicklung: Vom Tag seiner Verpflichtung bei der Eintracht bis zum Tag des Verkaufs hat sich vieles auf Topniveau entwickelt.“ Diese Qualität hat dazu beigetragen, dass sich die Hessen in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten Bundesliga-Vereine entwickelt haben, wobei viele Risiken sich als erfolgreich erwiesen haben.