Eintracht Frankfurt steht vor entscheidenden Veränderungen nach Niederlage gegen Hamburger SV
Eintracht Frankfurt steht nach der Niederlage gegen den Hamburger SV vor der Gefahr, die Qualifikation für Europa zu verpassen. Die Reaktion des Teams nach dieser Saison wird entscheidend sein.
Frankfurt – Sportvorstand Markus Krösche nahm sich nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV viel Zeit in der Mixed Zone. Der bislang erfolgreiche Manager von Eintracht Frankfurt wirkte sichtlich angeschlagen, da die Pleite schmerzlich war. Er äußerte: „Wir hatten schon einige schwierige Phasen, aber diese ist besonders herausfordernd, weil uns die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, sehr sauer aufstößt.“
Die Erklärungen wiederholen sich Woche für Woche: Zu langsam, zu statisch, zu ungefährlich und uninspiriert – es mangelt an den grundlegenden Aspekten des Spiels. Beobachter fragen sich, wofür der hessische Traditionsklub überhaupt steht. Viele im Umfeld warten nur auf das Ende der Saison. An eine Verteidigung des siebten Platzes und den Einzug ins europäische Geschäft glauben nur noch wenige Anhänger.
Trainer Albert Riera steht zunehmend im Fokus. Es wäre jedoch zu einfach, alle Probleme ihm zuzuschreiben. Riera hat Fehler gemacht, die intern kritisch bewertet werden. Sein Festhalten am 4-1-4-1-System zwingt zu viele Spieler in eine unpassende Rolle. Auch die Mann-gegen-Mann-Verteidigung hat nur kurzfristig zur erhofften Stabilität in der Defensive geführt.
Doch nicht nur Riera ist in der Verantwortung. Die Vereinsführung wird genau beobachten, wer sich in den nächsten beiden Partien gegen Dortmund und Stuttgart aufopfert. Krösche plant bereits intensiv die kommende Saison, unabhängig vom aktuellen Tabellenstand. Es sind zahlreiche Kaderveränderungen zu erwarten, da das jetzige Team keine Zukunft mehr hat.
Nach Informationen von Absolut Eintracht könnte es auf allen Ebenen zu tiefgreifenden Einschnitten kommen. Dies betrifft nicht nur Trainer und Mannschaft, sondern auch das gesamte Team, einschließlich Ärzte, Athletikabteilung und Analyseteam. Trotz der Kritik an der sportlichen Entwicklung unter Riera gibt es auch positive Aspekte: Er hat Missstände offen angesprochen und Defizite schonungslos aufgezeigt.
Ob Riera über den Sommer hinaus im Amt bleibt, ist ungewiss und wenig wahrscheinlich. In Bezug auf Kommunikation und Mannschaftsführung ist zu viel schiefgelaufen. Vorstandssprecher Axel Hellmann hatte bereits in der kurzen Winterpause selbstkritisch über die Notwendigkeit einer Wohlfühloase gesprochen. Möglicherweise hat Riera Prozesse angestoßen, die sich als hilfreich erweisen könnten.
Positiv ist, dass Eintracht Frankfurt für den Fall der Fälle vorgesorgt hat. Ex-Trainer Dino Toppmöller soll laut Informationen von Absolut Eintracht nicht mehr auf der Gehaltsliste stehen. Auch bei Riera gibt es offenbar die Möglichkeit, im Sommer einen finanziell unproblematischen Schnitt zu machen. Obwohl die Saison für die Bilanz kein Ruhmesblatt ist, könnte Eintracht Frankfurt aus dieser Situation mit einem blauen Auge davonkommen.
Die Frankfurter Verantwortlichen bleiben selbstkritisch und wollen alle Aspekte gründlich analysieren. Auch Krösche ist von der emotional enttäuschend verlaufenden Saison mit drei verschiedenen Trainern nicht unberührt geblieben. Er gestand: „Sicherlich sind die Entwicklungen der Spieler nicht so eingetreten, wie wir es uns vorgestellt haben.“ Besonders die oft blutleeren Auftritte waren erschütternd.
Frankfurt überzeugte weder gegen Topteams (drei von 30 möglichen Punkten gegen die ersten sechs) noch gegen tiefstehende Gegner. Mit 60 Gegentoren steht der Verein nur hinter dem VfL Wolfsburg (66) und Heidenheim (69), die auf den Rängen 17 und 18 stehen. Diese Fakten sind unumstritten. Ob Toppmöller, Riera oder das Interims-Duo Dennis Schmitt und Alex Meier: Niemand fand dauerhafte Lösungen.
Für Untergangsszenarien und Vergleiche mit anderen gescheiterten Traditionsvereinen ist es jedoch zu früh. Die Verantwortlichen haben in den letzten zehn Jahren überwiegend gute Entscheidungen getroffen und schwierige Phasen überwunden. Ihnen sollte eine schwächer verlaufende Saison nachgesehen werden. Entscheidend sind die Weichenstellungen. Findet der Klub erneut die richtige Antwort auf die vielen Fragen?
Eintracht Frankfurt benötigt eine Aufbruchstimmung und eine fußballerische Identität, die das Publikum wieder mitnimmt. Pfeifende Fans, die vorzeitig das Stadion verlassen, brechen den Verantwortlichen das Herz. Die Eintracht hat seit dem Sieg in der Relegation im Sommer 2016 viel erreicht. Es gilt, die richtigen Lehren zu ziehen und schnell zurück auf den richtigen Weg zu kommen.