Eintracht Frankfurt verpasst ersten Sieg des Jahres bei Union Berlin
Eintracht Frankfurt hat auch beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin den ersten Sieg des Jahres verpasst. Oscar Höjlund war der Spieler, der entscheidende Fehler machte und den möglichen Erfolg kostete.
Berlin – Markus Krösche, der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, zeigte sich nach dem 1:1-Unentschieden geduldig und wollte nicht über Höjlund herziehen. Der junge Spieler hatte kurz nach dem Führungstreffer von Nathaniel Brown (84.) einen Strafstoß verursacht, als er Rani Khedira foulte (87.) und dafür mit der Ampelkarte vom Platz gestellt wurde.
Die Hessen haben mittlerweile bereits zum siebten Mal in neun Pflichtspielen eine Führung aus der Hand gegeben. Krösche nahm Höjlund in Schutz: „Das kann passieren. Er ist ein junger Spieler. Er war zu gierig, und das führt zu einem Elfmeter gegen uns.“ Da Kaua Santos den Elfmeter nicht abwehren konnte, bleibt der Klub weiterhin auf der Suche nach dem befreienden Sieg.
Individuelle Fehler werfen die Frankfurter regelmäßig zurück. Der Traditionsverein wartet mittlerweile seit zehn Spielen auf einen Sieg. 15 Gegentore in der Schlussviertelstunde und Nachspielzeit sind kaum zu verkraften, da das Team in entscheidenden Momenten oft zu viele Fehler macht.
In dieser Phase kassiert die Eintracht zudem unnötige Platzverweise. Am vergangenen Spieltag war es Ellyes Skhiri, der die Aufholjagd gegen Bayer Leverkusen (1:3) stoppte. Diesmal schadete Höjlund seinem Team ebenfalls. Der kräftige Mittelfeldspieler hatte bis dahin eine ordentliche Leistung gezeigt und hätte sogar die Führung erzielen können, nachdem er eine sehenswerte Kombination mit Ritsu Doan und Arnaud Kalimuendo (56.) eingeleitet hatte.
Auf der Tabelle kommt die Eintracht jedoch nicht voran. Der neue Trainer Albert Riera bezeichnete die entscheidende Elfmeter-Situation als „Geschenk“ und erklärte: „Oscar weiß, dass er den Gegenspieler hätte blockieren und nicht am Trikot ziehen müssen. Ich habe ihm gesagt, dass er daraus lernen muss.“ Dieses Problem zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison.
Defensiv zeigte sich die Eintracht jedoch stabiler. Riera hat viel Arbeit vor sich, denn das Spiel nach vorne muss sich deutlich verbessern, und die Konzentration muss bis zum Schlusspfiff hochgehalten werden. Dennoch sind positive Ansätze zu erkennen: Die Abwehrspieler waren kampfstark und die Eintracht agierte kompakt, selbst in Unterzahl.
Diese Fortschritte sind jedoch nur kleine Schritte. Eine tiefgreifende Verunsicherung kann nicht von heute auf morgen überwunden werden. Ob der Punktgewinn gegen Union langfristig wertvoll ist und ob er einen Wendepunkt darstellt, wird die Zukunft zeigen. Nur wenn es Riera gelingt, die individuellen Fehler abzustellen, kann die Eintracht wieder in die Erfolgsspur finden. Andernfalls ist selbst das Minimalziel, die Teilnahme an der Conference League, stark gefährdet.