Eintracht Frankfurt: Trainer Albert Riera nutzt Flexibilität im Kader

Eintracht Frankfurt: Trainer Albert Riera nutzt Flexibilität im Kader

Flexibilität und Variabilität sind zwei zentrale Merkmale des Kaders von Eintracht Frankfurt. Trainer Albert Riera möchte diese Potenziale gezielt ausschöpfen.

Frankfurt – Nach einer Stunde im Duell zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt, bei einem Stand von 2:0 für die Gastgeber, nahm das Spiel eine völlig neue Wendung. Ein entscheidender Faktor dabei war Arnaud Kalimuendo. Der Franzose ist vor allem als Mittelstürmer bekannt, doch gegen den FC Bayern überzeugte er auf einer anderen Position. Kalimuendo spielte auf der rechten Außenbahn und lieferte eine beeindruckende Leistung ab.

In seinen ersten Wochen bei Eintracht Frankfurt hat Trainer Albert Riera gezeigt, dass er pragmatisch nach Lösungen sucht, anstatt einer idealistischen Vorstellung nachzuhängen. Angesichts der zahlreichen Ausfälle in der Defensive setzte er Ellyes Skhiri als Libero ein, eine kluge Entscheidung. Der Tunesier strahlte Ruhe aus und war sicher im Passspiel, von 65 Zuspielen fanden 64 ihr Ziel.

Sportvorstand Markus Krösche hatte bereits nach seinem Amtsantritt im Jahr 2021 betont: „Wir haben jetzt deutlich mehr Variabilität im Spiel und können besser auf unterschiedliche Gegner reagieren.“ Riera erfüllt genau das, was Krösche von seinen Trainern erwartet: die Potenziale der Spieler zu erkennen, zu fördern und so den Erfolg des Teams zu sichern.

Riera bringt eine wertvolle Qualität mit. Nach der 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern München erklärte er: „Es ist nicht so, dass ich nur ein System habe und die Spieler hineinpressen will. Gute Spieler werden in meinem System immer einen Platz finden.“ Diese Anpassungsfähigkeit ist auf diesem Niveau von zentraler Bedeutung. Er zeigt sich nicht als Dogmatiker, der stur an bewährten Positionen festhält. Kalimuendos Rolle ist hierfür ein Beispiel.

Der Plan hat sich bewährt. Kalimuendo war von Hiroki Ito kaum zu stoppen. „Diese Rolle war perfekt für Kalimuendo, da der FC Bayern viel Platz zwischen seinen Außen- und Innenverteidigern lässt“, analysierte Riera. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung leitete Kalimuendo den ersten gefährlichen Angriff ein. Nach einem sehenswerten Solo fehlte ihm beim Abschluss jedoch etwas die Kraft (81.).

In der 86. Minute war Kalimuendo jedoch hellwach und nutzte einen Fehler im Spielaufbau der Münchner eiskalt aus. Alle Einwechselspieler brachten frischen Wind, doch der 24-Jährige stach besonders hervor. Bemerkenswert ist Rieras hervorragendes In-Game-Coaching. Die letzten drei Torschützen, Ansgar Knauff, Burkardt und Kalimuendo, kamen allesamt von der Bank.

Eine vollständige Bewertung der Arbeit des gebürtigen Mallorquiners kann bisher noch nicht erfolgen, da 270 Bundesligaminuten dafür zu wenig sind. Dennoch gibt es viele positive Ansätze, die vor dem Sechs-Punkte-Spiel gegen den SC Freiburg am kommenden Sonntag (17:30 Uhr) Mut machen. Die Personalsituation könnte sich weiter entspannen. Vor allem Kalimuendo, der wegen einer Schulterprellung kürzertreten musste, sollte wieder fit für 90 Minuten sein.

Aktuell ist Eintracht Frankfurt auf den achten Platz abgerutscht. Ein Sieg gegen die Breisgauer könnte Frankfurt jedoch wieder auf den siebten Rang katapultieren, der sogar für den Einzug in die Europa League reichen könnte. Dafür muss der Pokalsieger aus den Top sechs kommen und Deutschland den zweiten Platz im UEFA-Ein-Jahres-Ranking verteidigen.

Eintracht Frankfurt sollte alles daran setzen, Freiburg zu überholen. Es gibt viele Gründe zur Zuversicht. Riera hat bereits eine spürbare Aufbruchstimmung erzeugt. Wenn ein Spieler wie Kalimuendo auch auf einer anderen Position seine Qualitäten zeigt, könnte der Auftritt in München der Startpunkt für eine erfolgreiche Serie werden.

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