Eintracht Frankfurt: Transferstrategie auf dem Prüfstand

Eintracht Frankfurt: Transferstrategie auf dem Prüfstand

Eintracht Frankfurt steht vor der Herausforderung, aus einer wechselhaften Saison die richtigen Schlüsse zu ziehen, was auch Auswirkungen auf den Transfermarkt haben wird.

Frankfurt – Die Hessen haben nach ihrem Einzug in die Champions League im vergangenen Sommer erheblich in neue Spieler investiert. Für rund 50 Millionen Euro wurden Stars von direkten Tabellennachbarn verpflichtet, darunter Jonathan Burkardt, Ritsu Doan und Michael Zetterer, die von Mainz 05, SC Freiburg und Werder Bremen kamen. Deals im Bereich von 20 Millionen Euro sind bei den Frankfurtern mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Elf Monate später hat sich jedoch eine gewisse Ernüchterung eingestellt. Burkardt hat zwar bereits zehn Tore in der Bundesliga erzielt, fiel aber monatelang verletzungsbedingt aus. Doan zeigte in der Hinrunde als Schlüsselspieler sein großes Können und konnte einige Spiele für die Eintracht entscheiden. Unter dem neuen Trainer Albert Riera hat er jedoch noch nicht seine optimale Rolle gefunden und musste zuletzt wegen einer Grippe pausieren.

Diese Bilanz stellt für die Eintracht ein Problem dar. Bei Burkardt und Doan ging es nicht nur um die Steigerung des Marktwertes, sondern um sofortige Hilfe und den Aufbau eines stabilen Gerüsts. Beide Spieler haben Verträge bis 2030 und sind gekommen, um langfristig zu bleiben. Die Erwartungen – sowohl die eigenen als auch die der Fans – wurden bisher nicht erfüllt.

Im unteren Preissegment waren Spieler wie Mahmoud Dahoud (ablösefrei, aber nie Stammspieler) und Michy Batshuayi (rund drei Millionen Euro, mittlerweile ohne Chance auf einen Kaderplatz) weniger erfolgreich. Die Kombination aus Erfahrung und Bundesligaerfahrung hat bislang selten die erhoffte Wirkung erzielt. Die positive Entwicklung von Omar Marmoush, der ablösefrei vom VfL Wolfsburg kam und 18 Monate später für 80 Millionen Euro zu Manchester City wechselte, stellt eher die Ausnahme dar.

In der Vergangenheit zahlte sich jedoch Kreativität auf dem Transfermarkt häufig aus. Oscar Höjlund kam für eine überschaubare Ablöse von etwa einer Million Euro aus Dänemark, während Ayoube Amaimouni-Echghouyab für rund 200.000 Euro aus Hoffenheim verpflichtet wurde. Mutige Transfers wie die von Nnamdi Collins oder Nathaniel Brown haben sich ebenfalls hervorragend entwickelt.

Genau dies sollte das Vorbild für die Eintracht sein. Das Interesse an aufstrebenden Talenten aus der zweiten Liga, wie Cajetan Lenz (VfL Bochum) oder Louey Ben Farhat (Karlsruher SC), ist kein Zufall. Im vergangenen Winter wurde bereits Younes Ebnoutalib von der SV Elversberg verpflichtet. Die Hessen bleiben mit ihrer Geschichte eine attraktive Marke für Talente.

Um weiterhin erfolgreich zu sein, benötigt der Klub die Entwicklung von Spielern wie Amaimouni-Echghouyab oder Höjlund. Die Eintracht ist weiterhin im Rennen um eine Teilnahme an europäischen Wettbewerben (Europa League oder Conference League). Dies wird auch finanziell entscheidend dafür sein, welche Transfers getätigt werden können, da Krösche wie gewohnt Überschüsse erwirtschaften muss.

Natürlich kann die Eintracht nicht ausschließlich auf junge Talente setzen; sie wird auch in Zukunft Erfahrung und sofortige Verstärkungen benötigen. Die Botschaft, die der Klub in diesen Wochen sendet, ist jedoch klar: Mut statt Millionen – das war die erfolgreichste Transferphilosophie Frankfurts und könnte es erneut werden.

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