Eintracht Frankfurt verabschiedet sich von Kevin Trapp
Eintracht Frankfurt wird künftig ohne Torhüter Kevin Trapp auskommen müssen. Sein Teamkamerad äußerte Bedauern über diesen Abgang.
Koblenz/Frankfurt – Vor dem Pokalspiel zwischen dem FV Engers und Eintracht Frankfurt kam es zu dem, was sich seit Mittwochnachmittag angedeutet hatte. Kevin Trapp stieg am Samstagabend nicht mehr in den Mannschaftsbus ein. Der 35-Jährige steht vor einem Wechsel zu Paris FC. Jens Grahl übernahm bereits das Tor der Hessen gegen den Oberligisten.
Grahl hatte in der Anfangsphase einen Fehlpass, verbrachte ansonsten jedoch einen ruhigen Tag im Tor. „Ich kenne meine Rolle und freue mich über Tage wie diese“, sagte Grahl gut gelaunt. Neben der Freude über seinen Einsatz mischte sich bereits ein Gefühl der Wehmut: „Wenn es jetzt wirklich fix ist und er geht, werde ich traurig sein.“
Nach insgesamt zehn Jahren bei Eintracht Frankfurt wird Trapp, sofern beim Medizincheck alles gut verläuft, seine Karriere beim französischen Ligue-1-Aufsteiger fortsetzen. Die Vereinslegende feuert das Team weiterhin vor dem Fernseher an und postete nach dem 5:0-Sieg im Stadion Oberwerth ein Foto mit der Unterschrift: „Bravo!“ Trapp und die Eintracht haben gemeinsam eine Erfolgsgeschichte geschrieben.
Der von Robin Koch als Kapitän abgelöste Keeper wurde nach seiner Rückkehr im Jahr 2018 schnell zum Gesicht des Vereins. Dies lag nicht nur an seinen sportlichen Leistungen, sondern auch an seiner Fähigkeit, die Kabine zusammenzuhalten. „Kevin spricht gefühlt 40 Sprachen und ist als Typ unersetzlich“, erklärte Grahl.
Die Verbindung zwischen den beiden Torhütern reicht weit zurück. Vor drei Jahren durften sie den Europa-League-Pokal in die Höhe stemmen. „Wir haben sehr viel zusammen erreicht - wenn ich an Sevilla denke, das dynamische Duo“, blickte Grahl auf ihre gemeinsamen Erfolge zurück. Der Kontakt wird auch weiterhin bestehen bleiben, da Trapp und Grahl Freunde geworden sind.
Trainer Dino Toppmöller äußerte sich bei der Pressekonferenz am Freitagnachmittag optimistisch über einen Einsatz seiner bisherigen Nummer 1. „Am Samstag kam die Information, dass er für Gespräche mit einem anderen Klub freigestellt ist. Viel mehr gibt es von mir nicht zu sagen.“ Auf die Frage nach der aktuellen Torhütersituation antwortete er: „Kevin ist noch nicht weg. Aber wenn er geht, ist klar, dass wir einen Ersatz brauchen. Das ist relativ simpel.“
Inzwischen deutet alles auf Michael Zetterer von Werder Bremen hin. Der 30-Jährige wird voraussichtlich der neue Konkurrent von Kaua Santos, der als Thronfolger vorgesehen ist. Zetterer sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Der gebürtige Münchner stand bereits auf der Liste vieler Premier-League-Klubs als Backup. Eintracht Frankfurt benötigt beim Tanz auf drei Hochzeiten Qualität – und zwar auf allen Positionen.