Ellyes Skhiri: Ein WM-Turnier zum Vergessen und ein Neuanfang bei Eintracht Frankfurt?

Ellyes Skhiri: Ein WM-Turnier zum Vergessen und ein Neuanfang bei Eintracht Frankfurt?

Für Ellyes Skhiri war die Weltmeisterschaft 2026 ein Turnier, das er schnell vergessen möchte. Bereits vor dem letzten Gruppenspiel stand fest, dass Tunesien ausgeschieden war. Jetzt könnte ein Neuanfang bei Eintracht Frankfurt bevorstehen.

In Kansas City konnte Skhiri als tunesischer Rekordnationalspieler mit seinem neunten WM-Einsatz gegen die Niederlande in die Geschichtsbücher eingehen, doch das Turnier bleibt für ihn unglücklich. Der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt überholte mit diesem Spiel die bisherigen Rekordhalter Kaies Ghodhbane und Riadh Bouazizi.

Das Rekordspiel entwickelte sich jedoch eher zu einem Albtraum als zu einem Fest. Das frühzeitige Ausscheiden Tunesiens war bereits vor Anpfiff der Partie besiegelt, und das Team, angeführt von Kapitän Skhiri, verabschiedete sich alles andere als würdevoll aus dem Wettbewerb. Mit 1:3 verlor Tunesien auch sein drittes Gruppenspiel, und der Spielverlauf ließ keinen Raum für Optimismus.

Bereits nach drei Minuten geriet Skhiri unfreiwillig ins Rampenlicht, als er einen scharfen Schuss des niederländischen Spielers Denzel Dumfries unglücklich ins eigene Netz abfälschte. Hätte er nicht eingegriffen, hätte Brian Brobbey hinter ihm ungehindert einschieben können. Es war das zweitschnellste Eigentor in der Geschichte der WM, nur der Bosnier Sead Kolasinac hatte 2014 gegen Argentinien noch früher ins eigene Tor getroffen.

Nur vier Minuten später erhöhte Brobbey auf 2:0. Doch das war noch nicht alles: Im Verlauf der ersten Halbzeit löste sich die Rückennummer 17 von Skhiris Trikot, sodass sie kaum noch zu erkennen war. In der zweiten Halbzeit holte er sich am Seitenrand ein neues Shirt, doch eine kuriose Situation drohte, ihn beinahe die zweite Halbzeit zu kosten.

Schiedsrichterin Katia Garcia aus Mexiko pfiff den zweiten Durchgang an, während Skhiri noch nicht auf dem Platz war. Die tunesischen Mitspieler gestikulierten wild in Richtung der Unparteiischen. ARD-Kommentator Tom Bartels kommentierte die Szene mit den Worten: „Es fehlt auf jeden Fall noch ein Spieler. Das kann ja auch nicht wirklich ihr Ernst sein. Bei dieser Mannschaft geht wirklich alles schief.“

ARD-Expertin Almuth Schult zeigte wenig Verständnis dafür, dass Garcia den Wiederanpfiff unterbrach: „Wenn da ein Torwart und sieben Feldspieler auf dem Platz sind, kann es eigentlich losgehen. Das ist dann eigenes Pech.“ Dennoch warteten die Akteure, bis auch Skhiri den Weg zurück aus der Kabine gefunden hatte, und wurden mit einem lauten Pfeifkonzert empfangen.

Nach der Pause zeigte Skhiri mit neuem Trikot ein etwas anderes Gesicht und verhinderte einen gefährlichen Volleytreffer von Dumfries. Positives gibt es jedoch kaum über den WM-Auftritt der Tunesier zu berichten. In allen drei Gruppenspielen kassierte das Team jeweils in den ersten sieben Minuten einen Gegentreffer. Nach der 1:5-Niederlage zum Auftakt gegen Schweden wurde Trainer Sabri Lamouchi während des Turniers entlassen.

Herve Renard übernahm das Team, konnte jedoch die Negativserie nicht stoppen: 0:4 gegen Japan und das Debakel gegen die Niederlande. Besonders bitter für Skhiri ist, dass sich die Probleme fast wie eine Fortsetzung der misslungenen Bundesliga-Saison mit Eintracht Frankfurt anfühlen. Nach der Entlassung von Dino Toppmöller konnte auch Albert Riera die Defensivprobleme nicht beheben, sodass man als Achter das internationale Geschäft verpasste.

Trotzdem gehörte Skhiri zum Stammpersonal und absolvierte 34 Pflichtspiele für die Eintracht. Nun ist auch Riera Geschichte, und der neue, alte Trainer Adi Hütter soll Frankfurt wieder auf Erfolgskurs bringen. Nach dem enttäuschenden Nordamerika-Trip mit der Nationalmannschaft könnte ein Neuanfang bei der SGE für Skhiri eine willkommene Abwechslung sein und Hoffnung auf eine positivere Saison machen.

Vorausgesetzt, der 31-Jährige bleibt bei der SGE. Sein Vertrag in Frankfurt läuft noch bis zum kommenden Sommer. Dennoch berichtete die Bild zuletzt, dass Eintracht Frankfurt möglicherweise bereit wäre, Skhiri zu verkaufen. Konkrete Interessenten wurden nicht genannt. Steht also ein komplett neues Kapitel für Skhiri bevor? Zunächst gilt es jedoch, im Urlaub neue Kraft zu tanken und auf andere Gedanken zu kommen.

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