Elye Wahi glänzt bei OGC Nizza nach Rückkehr von Eintracht Frankfurt
Bei Eintracht Frankfurt hat Elye Wahi bisher enttäuscht, doch seine Leihe zu OGC Nizza entwickelt sich zunehmend zu einer Win-win-win-Situation.
Frankfurt/Nizza – Nach einer einmonatigen Verletzungspause wegen einer Knöchelverletzung stand Elye Wahi dem Ligue-1-Klub OGC Nizza wieder zur Verfügung. In den drei Partien ohne den 23-jährigen Angreifer konnte das Team lediglich einen Punkt ergattern. Am Samstagabend feierte Wahi jedoch sein Comeback gegen Angers SCO und wurde mit einem Tor und einer Vorlage zum Matchwinner (2:0).
Besonders sein Tor wird in Frankreich in Erinnerung bleiben: Wahi erhielt den Ball auf Höhe der Mittellinie, drehte sich, dribbelte einige Meter und vollendete mit einem Lupfer aus rund 30 Metern. Dieses Tor zeigt, was Selbstvertrauen bewirken kann.
Kapitän Dante, der mittlerweile 42 Jahre alt ist und 2013 mit dem FC Bayern München das Triple gewann, lobte Wahi in der französischen Sportzeitung L’Équipe: „Elye trägt diese negative Last nicht mit sich herum, deshalb bringt er uns verdammt viel. Er ist ein Spieler mit vielen Qualitäten, das hat er bewiesen. Zudem bringt er mentale Frische ins Team.“
Bezieht sich Dante auf den Wahi, den das Umfeld der Hessen im vergangenen Jahr kennengelernt hat? Für rund 26 Millionen Euro wechselte er zu Olympique Marseille, konnte sich jedoch nie richtig in Frankfurt etablieren. Die Gründe dafür sind vielfältig: Ex-Coach Dino Toppmöller fand nicht die richtige Position für ihn, und die Integration gelang ebenfalls nicht. Wahi konnte sich bei Eintracht Frankfurt nicht durchsetzen.
Um einer weiteren Abwertung seines bereits auf zwölf Millionen Euro gesunkenen Marktwerts entgegenzuwirken, zog Sportvorstand Markus Krösche im Winter die Notbremse. Dieser Schritt hat sich für alle Beteiligten als vorteilhaft erwiesen: Wahi tankt Selbstvertrauen und zeigt Qualität, Nizza hat einen Retter im Abstiegskampf gefunden, und Eintracht Frankfurt kann möglicherweise ein drohendes Debakel auf dem Transfermarkt abwenden.
Eine Rückkehr nach Frankfurt ist theoretisch möglich, erscheint jedoch praktisch schwierig. Branchenkenner halten auch einen festen Transfer nach Nizza für äußerst unwahrscheinlich. Es gibt verschiedene Szenarien: Öffnet sich bei einem finanzstärkeren Klub die Möglichkeit eines sofortigen Abgangs im Sommer? Oder plant Krösche eine Leihe mit Kaufoption? Der Stürmer ist bis 2030 an den Klub gebunden.
Wahi wird sich vorerst nicht mit diesen Fragen zu seiner Zukunft beschäftigen müssen. Er hat die Möglichkeit, mit Nizza den „Coupe de France“ zu gewinnen, was der erste Titelgewinn seit 30 Jahren wäre. Sollte Wahi seine Form beibehalten, könnte er einen entscheidenden Beitrag zu diesem Triumph leisten.