Eröffnung des German House of Soccer in New York

Eröffnung des German House of Soccer in New York

Bei der Eröffnung des „German House of Soccer“ in New York wurde nicht nur Rudi Völler gefeiert. Zwei prominente Persönlichkeiten ließen sich jedoch blicken.

New York – „Es gibt nur einen Rudi Völler.“ Diese Botschaft wurde bei der Eröffnungsveranstaltung des „German House of Soccer“ lautstark verkündet. Die zeitlose Beliebtheit einer der bekanntesten Figuren des deutschen Fußballs fand in einem kunst- und kulturreichen Viertel von Manhattan einen weiteren Ausdruck.

Der amerikanische Teil des Publikums, das aus über 400 Gästen bestand, war begeistert von dem mitreißenden Auftritt der US-Nationalmannschaft, deren Tore auf der großen Leinwand zu sehen waren. Dies sorgte für einen stimmungsvollen Auftakt im Chelsea Industrial. Trotz der angespannten politischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA unter Präsident Donald Trump bewies dieser Ort, dass eine deutsch-amerikanische Freundschaft im Sport möglich ist, insbesondere im Fußball.

Viele der eingeladenen Geschäftsleute, die als Deutsche schon länger im Großraum New York und New Jersey leben, lauschten gebannt, als Völler in Erinnerungen schwelgte und von seinem Kopfball-Ausgleich im WM-Finale 1986 gegen Argentinien berichtete: „Als wäre es gestern gewesen“, schwärmte er.

Zusammen mit ihm waren DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Geschäftsführer Andreas Rettig und Generalsekretär Holger Blask direkt nach dem Eröffnungsspiel aus dem Aztekenstadion angereist. Ihre Redebeiträge in Englisch waren aufgrund der teils schlechten Tonqualität in der 2000 Quadratmeter großen Eventlocation an der 28th Street jedoch kaum verständlich.

Es ging vor allem um die Geste, dass der größte Einzelsportverband der Welt, nach dem Vorbild des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), eine solche Begegnungsstätte bei Olympischen Spielen eingerichtet hat. Der Preis von zehn Dollar für ein deutsches Bier im Plastikbecher störte kaum jemanden, da viele Sportsbars in New York noch höhere Preise verlangen.

Als es an der Theke ruhiger wurde, stellte Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli, ausführlich vor, wofür der Kiezklub in Deutschland steht: „Werte sind manchmal wichtiger als Erfolg, auch wenn wir gerne schnell zurück in die Bundesliga wollen.“ Begleitet wurde er von DFB-Vizepräsident Ryan Warren und Nia Alvarez-Mapp, beiden Aktivisten der Organisation „Hands Off NYC“.

Diese stadtweite Bewegung setzt sich gegen die massive Präsenz der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) sowie gegen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der WM ein. Göttlich empfahl, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Offene kritische Äußerungen zur US-Politik blieben jedoch weitestgehend aus.

DFB-Präsident Neuendorf stellte sich am Rande den drängenden Fragen rund um das XXL-Turnier, das von Trump und Gianni Infantino in einer problematischen Weise genutzt wird. Er äußerte Bedenken, dass rund 500 Fans des zweiten deutschen Gegners, der Elfenbeinküste, die Einreise verweigert wurde: „Das ist grundsätzlich problematisch, wenn Menschen pauschal abgewiesen werden. So etwas ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Das nächste Spiel der Elfenbeinküste gegen die DFB-Auswahl findet im kanadischen Toronto statt. Neuendorf betonte: „Ich werde mich diesen Themen annehmen. Dafür braucht es Fingerspitzengefühl und Diplomatie.“ Dies, so fügte er hinzu, habe dem DFB-Boss bei der WM in Katar gefehlt. Manchmal sei es besser, hinter den Kulissen zu kommunizieren. „Das tue ich auch hier.“

Da auch Infantino keine Möglichkeiten gegen die restriktive US-Einreisepolitik hat, wird Neuendorf kaum etwas bewegen können. Als ehemaliger Politiker ist ihm anzumerken, dass er als Mitglied im Fifa-Council zwischen den Stühlen sitzt. Immerhin hätte man sich für günstigere WM-Tickets und höhere Prämien eingesetzt: „Das haben wir als Europäer bei der FIFA erreicht.“

Leider konnten die als Botschafter auserkorenen Jürgen Klinsmann und Ann-Katrin Berger nicht zur Eröffnung kommen. Beide waren lediglich in Videoclips zu sehen. Klinsmann, der frühere US-Nationaltrainer, zog es vor, in Los Angeles bei dem Spiel der USA zu sein, während Berger, die bei Gotham FC für den Raum New York und New Jersey spielt, am 28. Juni die Bühne alleine betreten wird. Als ihre ikonische Parade von der Frauen-EM 2025 über die Leinwand flackerte, wurde sie mit lautem Applaus bedacht.

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