Ex-Bayern-Star Lucas Hernández sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt
Ein ehemaliger Star des FC Bayern München, Lucas Hernández, sieht sich erneut mit rechtlichen Problemen konfrontiert. Eine kolumbianische Familie erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen ihn, darunter Menschenhandel und Ausbeutung.
Der französische Nationalspieler steht vor Gericht und sieht sich mit Anschuldigungen konfrontiert, die seine bisherigen rechtlichen Schwierigkeiten übersteigen. Hernández, der bereits in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, sieht sich nun neuen Vorwürfen gegenüber.
Wie das französische Magazin Paris Match berichtet, hat die Familie Hernández und seine Verlobte Victoria Triay bei der Staatsanwaltschaft in Versailles angezeigt. Die Vorwürfe beziehen sich auf eine illegale Beschäftigung zwischen September 2024 und November 2025, in der die fünfköpfige Familie im Haushalt des PSG-Stars arbeitete.
Die Anschuldigungen schildern alarmierende Arbeitsbedingungen. Laut den Angaben der Familie, die aus einem Vater, einer Mutter und drei Kindern besteht, arbeiteten sie zwischen 72 und 84 Stunden pro Woche für einen monatlichen Lohn von nur etwa 2000 Euro. Ihre Aufgaben umfassten unter anderem Hausmeistertätigkeiten, Sicherheitsdienste, Haushaltsführung, Kochen und Kinderbetreuung.
Besonders brisant sind die Umstände der Anstellung. Die 27-jährige Tochter der Familie lernte Triay in Kolumbien kennen, als sie als Krankenschwester tätig war. Triay kontaktierte sie später mit dem Angebot, in Frankreich zu arbeiten, und versprach, innerhalb von sechs Monaten die erforderlichen Papiere für einen legalen Aufenthaltsstatus zu besorgen. Offizielle Arbeitsverträge wurden jedoch erst nach einem Streit im Oktober 2025 ausgestellt, und im November 2025 beendete die Familie das Arbeitsverhältnis endgültig.
„Uns wurde eine gute Lebensqualität versprochen und dass wir legal in Frankreich bleiben könnten“, erklärte die 27-jährige Tochter der kolumbianischen Familie gegenüber Paris Match. „Psychisch geht es mir nicht gut. Körperlich auch nicht. Ich fühle mich ausgenutzt, frustriert und schlecht behandelt. Wir wurden ausgebeutet und gedemütigt und erhielten weit weniger Lohn, als uns zustehen würde.“
Frank Hocquemiller, Berater von Lucas Hernández, äußerte sich überrascht über die Anschuldigungen. Weder der Profi noch seine Verlobte seien über die Anzeige informiert gewesen und seien „völlig überrascht“ von diesem Vorgang. In einer Stellungnahme gegenüber Reuters wiesen Hernández und Triay die Vorwürfe entschieden zurück. Die aktuellen Anschuldigungen fügen sich in eine Reihe rechtlicher Probleme des Weltmeisters von 2018 ein, der bereits wegen häuslicher Gewalt verurteilt wurde, jedoch einer Haftstrafe entgehen konnte.
Hernández wechselte 2019 für eine Rekordsumme von 80 Millionen Euro von Atlético Madrid zum FC Bayern und wechselte 2023 für 45 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain. Die Staatsanwaltschaft in Versailles hat die Ermittlungen aufgenommen. Für Hernández, der seine Karriere bei PSG fortsetzen möchte, könnten die neuen Vorwürfe weitreichende Konsequenzen haben.