FC Bayern als Vorbild: Eintracht Frankfurt reflektiert über Entwicklungsmöglichkeiten
Der FC Bayern München bleibt seit Jahren unangefochtener Spitzenreiter in der Bundesliga. In dieser Saison demonstriert der Rekordmeister auf besonders eindrucksvolle Weise seine Dominanz. Die nationale Konkurrenz hat kaum Chancen, den Titel zu gewinnen, was die Frage aufwirft: Was können andere Vereine vom FC Bayern lernen?
Die Ausgangsbedingungen sind jedoch unterschiedlich, da die finanziellen und strukturellen Gegebenheiten bei Bayern anders sind als bei Vereinen wie dem VfB Stuttgart oder Eintracht Frankfurt. Letztere qualifizierte sich in der vergangenen Saison als Dritter für die Champions League, sieht sich jedoch in dieser Spielzeit auf dem siebten Platz mit sportlichen Herausforderungen konfrontiert.
„Der FC Bayern hat es immer wieder geschafft, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen“, erklärte Timmo Hardung, Sportdirektor von Eintracht Frankfurt, in einem Interview mit web.de. Der Rekordmeister habe sich in einem internationalen Wettbewerbsumfeld, in dem viele Klubs über erhebliche finanzielle Mittel verfügen, ein Umfeld geschaffen, das langfristige Wettbewerbsfähigkeit gewährleiste.
Hardung, der seit 2023 als Sportdirektor tätig ist, ist sich nicht sicher, ob man das Modell des FC Bayern eins zu eins übernehmen kann oder sollte. „Es ist jedoch ein Beispiel dafür, wie ein Verein sich langfristig stabil und erfolgreich aufstellen kann.“ Auch wenn die Eintracht ihren eigenen Weg geht, war sie in den letzten Jahren erfolgreich, trotz jüngster Kritik von Uli Hoeneß, dem Ehrenpräsidenten des FC Bayern.
Die Hessen haben in verschiedenen Märkten talentierte Spieler entdeckt, verpflichtet und erfolgreich weiterentwickelt, wie etwa Randal Kolo Muani, Omar Marmoush und Hugo Ekitike. Dieser Prozess war nie einfach, ist aber „definitiv schwieriger und finanziell anspruchsvoller geworden“, so Hardung.
Der Markt ist heute transparenter als früher. „Es gibt deutlich mehr Daten und Informationen, die gesammelt und analysiert werden können. Gleichzeitig beobachten auch andere Klubs genau, welchen Weg wir eingeschlagen haben, und versuchen, daraus zu lernen. Dadurch ist die Konkurrenz in den Märkten, in denen wir aktiv sind, deutlich gestiegen.“
Das bedeutet, dass die Eintracht sich nicht neu erfinden, sondern sich weiterentwickeln und mutig bleiben muss. Das erfordert Entscheidungen, die zunächst unpopulär erscheinen können – insbesondere in der Öffentlichkeit oder in den Medien –, da sie möglicherweise nicht den sofortigen Leistungsnachweis bieten, den andere Transfers vorweisen können. Doch genau solche Entscheidungen gehören zum Entwicklungsprozess, auch wenn sie manchmal Skepsis hervorrufen.