FC Bayern bereitet sich auf Auswärtsspiel gegen Union Berlin vor

FC Bayern bereitet sich auf Auswärtsspiel gegen Union Berlin vor

München - Vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel des FC Bayern gegen Union Berlin steht die Pressekonferenz ganz im Zeichen von Rekordfragen. Cheftrainer Vincent Kompany ordnet diese jedoch in einen breiteren Kontext ein.

Nach der beeindruckenden Champions-League-Leistung gegen Paris Saint-Germain richtet sich der Fokus nun auf den Bundesliga-Alltag bei Union Berlin an der Alten Försterei. Kompany gesteht, dass seine Mannschaft vor einem „mentalen Spagat“ steht. Obwohl die Möglichkeit besteht, den Saisonstart mit 16 Siegen zu verlängern und einen Bundesliga-Rekord seines früheren Trainers Pep Guardiola aus der Saison 2015/16 zu brechen, fühlt sich der Belgier nicht auf Rekordjagd.

„Ich konzentriere mich nicht auf die Rekorde, ich gewinne lieber ein Finale, als dass ich einen Rekord breche“, erklärt Kompany. „Wir haben bereits viel gewonnen, und es geht um die mentale Einstellung: Wenn man 16-mal in Folge gewinnt, sollte das Selbstvertrauen geben, auch in schwierigeren Phasen stark zu sein.“ Somit betrachtet Kompany solche Siegesserien nicht als Rekordjagd, sondern zieht die positiven mentalen Aspekte daraus.

Obwohl Union Berlin in der Bundesliga als unangenehmer Gegner gilt, hat der FC Bayern eine bemerkenswerte Bilanz gegen die Köpenicker: Union hat noch kein einziges Bundesliga-Spiel gegen die Münchener gewonnen, mit acht Niederlagen und vier Unentschieden sowie einem Torverhältnis von 8:29. Im Gegensatz dazu konnten andere Bundesligisten bereits mindestens einmal gegen Bayern gewinnen und haben im Durchschnitt mehr Punkte gesammelt als die Unioner.

Trotz dieser Bilanz nimmt Kompany die Herausforderung ernst: „Man muss mental den Schalter umlegen und alles neu bewerten. Das wurde mir sofort nach dem PSG-Spiel klar. Wir können einige Erkenntnisse aus Paris mitnehmen, da wir in der zweiten Halbzeit andere Ansätze gezeigt haben. In Köln im Pokal waren wir ebenfalls voll fokussiert. Diese Mentalität müssen wir zurückbringen; es wird ein harter Kampf. Es geht nicht nur um Pressing und Ballbesitz, sondern auch um Standardsituationen, Zweikämpfe und zweite Bälle. Wir müssen dem Gegner das Momentum nehmen. Letzte Saison haben wir dort unentschieden gespielt, das muss ich den Jungs nicht groß erklären.“

Der 39-Jährige warnt zudem vor den Gefahren am 10. Bundesliga-Spieltag: „Die Heimstärke von Union ist bemerkenswert. Sie sind ein kompaktes Team, stark in Zweikämpfen, laufstark, erfahren und verteidigen Flanken hervorragend. Sie setzen sofort Druck auf den Ball. Das ist ähnlich wie bei Köln – sie haben im Kollektiv ähnliche Stärken, sind mutig und kompakt. Zudem haben sie Stürmer, die viele Tore erzielen. Dieses Mannschaftsmomentum und der Glaube an sich selbst sind entscheidend. Da sie letztes Jahr gegen uns unentschieden gespielt haben, werden sie mit voller Motivation ins Spiel gehen. Das wird eine spannende Herausforderung – ähnlich wie gegen Paris. Darauf müssen wir uns mental vorbereiten.“

In der Pressekonferenz wird neben den Rekordfragen auch häufig über die mentale Stärke gesprochen. Kompany betont die Wichtigkeit, nach jedem Spiel den Fokus sofort wieder auf null zu setzen: „Das habe ich in meiner Karriere sowohl als Spieler als auch als Trainer erlebt: Es zählt immer das nächste Spiel.“

Kompany ergänzt: „In Finals muss man besonders präsent sein. Aber das Spiel gegen PSG ist bereits vorbei – das Gefühl von 16 Siegen habe ich nicht. Wir müssen aus jedem Spiel lernen; dieser Prozess endet nie, egal ob wir gewinnen oder verlieren. Ich möchte, dass wir konstant bleiben. Wir haben gegen PSG gewonnen, jetzt reisen wir zu Union und wollen dort wieder gewinnen.“

Wenn dies gelingt, könnte der Europa-Startrekord auf 17 Siege steigen und der Bundesliga-Rekord von Pep Guardiolas Bayern aus der Saison 2015/16 mit zehn Siegen zum Ligastart eingestellt oder übertroffen werden – ein ausschließlich positives Ergebnis, auch für einen „Nicht-Rekordjäger“ wie Kompany.

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