FC Bayern feiert Comeback-Sieg gegen St. Pauli trotz kritischer Phase

FC Bayern feiert Comeback-Sieg gegen St. Pauli trotz kritischer Phase

Nach der ersten Niederlage der Saison beim FC Arsenal kämpfte sich der FC Bayern zu einem 3:1-Comeback-Sieg über den FC St. Pauli. Die Partie offenbarte einige neue Erkenntnisse.

München - Nach einem beeindruckenden Start in die europäische Saison mit 16 Pflichtspielsiegen und einem Höhepunkt durch den 2:1-Auswärtssieg beim Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain, befindet sich der FC Bayern in einer kritischen Phase der Spielzeit 2025/26. Trotz der beeindruckenden Bilanz von 18 Siegen aus 20 Partien zeigt sich, dass der Rekordmeister in unterschiedlichen Spielkonstellationen derzeit Schwierigkeiten hat, wie noch vor einigen Wochen.

Die einst so ausgeprägte Spielfreude scheint etwas verloren gegangen zu sein. Dies zeigte sich auch in der Bundesliga-Heimpartie gegen den abstiegsbedrohten FC St. Pauli. Spieler, die kürzlich für herausragende Leistungen gelobt wurden, zeigen nun eine kleine Formdelle.

Harry Kane, der zuletzt Tore am Fließband erzielte, hat momentan Ladehemmungen, und seine Spielmacher-Qualitäten wurden von den Kiezkickern über die gesamte Spielzeit effektiv neutralisiert. Der zuvor unauffällige Konrad Laimer wurde plötzlich als Star wahrgenommen.

Aktuell zeigt auch er eine Formschwäche. Jungstar Aleksandar Pavlović machte gegen die Hamburger auffallend viele Fehler, während Josip Stanišić teilweise unkonzentriert wirkte und Tom Bischof nicht die Form zeigte, die er zuvor hatte. Bis zum PSG-Spiel Anfang des Monats schien ein Rückstand für die Münchner nahezu ausgeschlossen, doch Vincent Kompanys Team hat derzeit Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden.

In den letzten vier Pflichtspielen geriet die Mannschaft jeweils in Rückstand: Zweimal gegen Union Berlin, wo sie jeweils zum 2:2 ausgleichen konnte, und gegen den SC Freiburg, wo ein früher 0:2-Rückstand in einen 6:2-Sieg umgewandelt wurde. Auch gegen St. Pauli lag man erneut früh mit 0:1 zurück, konnte das Spiel jedoch in der Nachspielzeit mit zwei Toren zum 3:1 drehen.

Die Moral, die Mentalität und die Comeback-Qualitäten stimmen also. Auch in London gelang es, ein 0:1 auszugleichen, doch in der zweiten Hälfte konnte man nicht mehr mithalten. Gegen den vor dem Spieltag auf Platz 16 stehenden FC St. Pauli wurde Abwehrchef Dayot Upamecano aus „Belastungsgründen“ geschont.

Trotz seiner starken Leistungen in der zweiten Saison unter Kompany wurden nach der Niederlage gegen Arsenal altbekannte Kritiken laut. Sein Fehlpass vor dem 1:2 wurde als Rückfall in frühere Fehlerzeiten interpretiert. Wie sehr sein brillanter Spielaufbau und seine hohe Geschwindigkeit im Bayern-Spiel gegen tiefstehende Gegner fehlen, wurde beim mühsamen 3:1 deutlich.

Positive Erkenntnisse lieferte der „Abnutzungskampf“ gegen St. Pauli durch zwei Spieler, die früh in der Saison als mögliche Abgangskandidaten gehandelt wurden. Die Statistiken von Raphaël Guerreiro und Nicolas Jackson, gemessen an ihren begrenzten Einsatzzeiten, sind beeindruckend.

Der Leihspieler von Chelsea war in 15 Spielen an sechs Toren beteiligt: fünf Treffer und ein Assist. Bei nur 464 Spielminuten bedeutet dies einen Scorerpunkt alle 77 Minuten. Noch beeindruckender sind die Werte des ehemaligen portugiesischen Nationalspielers: 13 Spiele (516 min.) – drei Tore, drei Assists, eine Torbeteiligung alle 86 Minuten.

Ein negatives Highlight lieferte erneut die Fankurve des FC Bayern am 12. Spieltag. Einige der Protestnoten, die in Form riesiger Banner vorgebracht wurden, sind durchaus berechtigt. Die zunehmenden Ausmaße der Proteste lassen die Südkurve der Allianz Arena jedoch mehr und mehr wie ein Politbüro erscheinen, das seine eigentliche Kernkompetenz, den Support der eigenen Mannschaft, vernachlässigt.

Viele Beschwerden wurden in einem beleidigenden Ton verfasst, was die Unterstützung der anderen Stadionfans nicht sichert und auch in einer anstehenden politischen Debatte fraglich ist. Im zweiten Bundesliga-Heimspiel in Folge geriet der FCB während einer zwölfminütigen Protest-Schweigephase in Rückstand.

Diese „Friedhofsstimmung“ lähmte das Team deutlich. Nach der Niederlage in London hätte es von Beginn an massiven Fan-Support gebraucht, was den Gästen aus Hamburg in die Karten spielte.

Die mitgereisten St. Pauli-Fans feierten den Führungstreffer ihrer Mannschaft in dieser Phase frenetisch und zählten die letzten Sekunden der Schweigephase herunter, während die Südkurve zwei Minuten benötigte, um vom Protest- in den Stimmungsmodus zurückzukehren.

Der Support fiel zudem über die gesamte Spielzeit sehr mäßig aus. Die Fanszene ist hinsichtlich ihrer Leistung auf den Rängen selbstkritisch und wird wissen, dass ihre Performance, besonders gegen die Kiez-Freunde, die schwächste der gesamten Saison war. Dies war für die Bayern-Profis in dieser Partie nicht leistungsfördernd und es gibt Ansatzpunkte für kurzfristige Verbesserungen.

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