FC Bayern München plant Kaderveränderungen auf der Linksverteidiger-Position
Die Verantwortlichen des FC Bayern München haben Handlungsbedarf auf der linken defensiven Außenbahn erkannt. Medienberichten zufolge steht dabei ein deutscher Nationalspieler im Fokus.
München – Mit dem Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart am Samstagabend in Berlin beendet der FC Bayern eine herausragende Saison. Dennoch sind die Verantwortlichen an der Säbener Straße bereits mit den Kaderplanungen für die kommende Spielzeit beschäftigt. Es gilt, die Abgänge von Leon Goretzka, Raphaël Guerreiro und Nicolas Jackson zu kompensieren und bestehende Schwächen im Kader zu beheben. Dazu zählt insbesondere die Position des Linksverteidigers, die durch Verletzungen problematisch ist.
FCB-Chefcoach Vincent Kompany musste in dieser Saison auf der linken defensiven Außenbahn häufig improvisieren. Bereits zu Beginn der Saison fielen die für diese Position eingeplanten Spieler Alphonso Davies (Kreuzbandriss) und Hiroki Ito (Mittelfußbruch) aus. Auch der dritte gelernte Linksverteidiger, Guerreiro, war immer wieder durch kleinere Verletzungen außer Gefecht. Daher mussten unter anderem Konrad Laimer und Josip Stanišić von ihren Stammpositionen auf der rechten Seite nach links wechseln, während Mittelfeldspieler Tom Bischof aushelfen musste.
Der 25-jährige Kanadier Davies hat sich im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain erneut eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen, wobei von einem Muskelbündelriss oder gar einem Muskelriss die Rede ist. Seine Teilnahme an der Heim-WM steht somit auf der Kippe. Ito hingegen ist sicher im japanischen Kader, obwohl er in der abgelaufenen Saison mit nur 1048 Minuten, ähnlich wie Davies mit 841 Minuten, in insgesamt 54 Pflichtspielen des FCB nur geringe Einsatzzeiten sammeln konnte. Auch der 27-Jährige hatte wiederholt mit muskulären Problemen zu kämpfen.
Laut übereinstimmenden Medienberichten könnten beide Spieler, unter bestimmten Bedingungen wie einer passenden Ablösesumme, den deutschen Rekordmeister im Sommer verlassen. Während ein Abgang von Davies als unwahrscheinlich gilt, könnte es beim ehemaligen Stuttgarter Ito eher zu einem Wechsel kommen. Ab einem Angebot von 20 Millionen Euro sollen die Münchner gesprächsbereit sein.
Für einen Ersatz scheinen die FCB-Verantwortlichen ihre Blicke in Richtung Frankfurt zu richten. So berichtet Sport1, dass sich der Rekordmeister nun intensiv mit Nathaniel Brown von der Eintracht befasst. Der 22-Jährige gilt dort als Verkaufskandidat und könnte den Hessen dringend benötigte Transfereinnahmen im Sommer bescheren.
Am Montag fand ein erstes Treffen zwischen der Spielerseite und den Münchner Verantwortlichen statt. Das Interesse der Bayern an dem dreifachen Nationalspieler ist nicht neu. Eine Verpflichtung des Jungnationalspielers, der auf eine WM-Nominierung durch Julian Nagelsmann hofft, könnte jedoch ein schwieriges Unterfangen werden.
Zahlreiche Premier-League-Klubs sowie die spanischen Giganten Real Madrid und FC Barcelona haben ebenfalls ihr Interesse an ihm bekundet, was die Ablösesumme automatisch in die Höhe treiben könnte. Laut Informationen von Absolut Eintracht wird im Vereinsumfeld bereits seit längerer Zeit über einen Brown-Transfer in die spanische Hauptstadt spekuliert. Obwohl Browns Marktwert von transfermarkt.de mit lediglich 35 Millionen Euro angegeben wird, soll die Preisvorstellung der Eintracht im Bereich von 50 bis 60 Millionen Euro liegen. Die Causa Woltemade lässt grüßen.
Brown war einer der wenigen Gewinner in einer insgesamt enttäuschenden Saison für die Eintracht. Ein Wechsel zu einem Champions-League-Klub wäre daher der logische nächste Schritt für den talentierten Verteidiger. Er selbst gibt als kurzfristiges Ziel die bevorstehende WM an, lässt seine Zukunft nach dem Turnier jedoch offen: „Dann werde ich schauen, was im Sommer passiert. Im Fußball kann man schlecht planen, deswegen beschäftige ich mich nicht damit“, so Brown im April gegenüber der Sport Bild.