Max Eberl: Vom gefeierten Manager zum kritisierten Sportvorstand
Max Eberl hat sich bei Borussia Mönchengladbach zu einem der gefragtesten Manager der Bundesliga entwickelt. Doch heute hinterlässt er einen anderen Eindruck.
Mönchengladbach/München – Das Lob, das Eintracht Frankfurt und Markus Krösche in den letzten Jahren erhalten haben, galt zwischen 2011 und 2019 noch Borussia Mönchengladbach und Max Eberl. Der aktuelle Sportvorstand des FC Bayern München formte den VfL zu einem dreifachen Champions-League-Teilnehmer, während das Team in der Saison 2010/11 noch am Abstieg in die 2. Bundesliga kratzte.
Eberl nutzte die Herausforderungen zu seinem Vorteil, indem er talentierte Spieler kostengünstig verpflichtete und einige Jahre später mit großem Gewinn verkaufte. Zu den prominenten Namen, die unter seiner Ägide glänzten, zählen Marco Reus, Granit Xhaka, Thorgan Hazard und Marc-André ter Stegen. Auch Yann Sommer und Marcus Thuram haben in Gladbach entscheidende Entwicklungsschritte gemacht.
Das Erfolgsmodell von Eberl diente als Vorbild für Klubs wie Eintracht Frankfurt und machte den ehemaligen Verteidiger zu einem gefragten Manager. Der FC Bayern zeigte über viele Jahre Interesse, Eberl in die sportliche Leitung zu holen. RB Leipzig hielt die Nachfolge von Krösche sogar ein Jahr lang offen, um Eberl im Dezember 2022 die Möglichkeit zu geben, zu wechseln.
Im März 2024 kam es schließlich zu dem, was viele erwartet hatten: Eberl, der im September 2023 Leipzig verlassen hatte, wurde Sportvorstand beim FC Bayern. Doch nach nur einem Jahr kursieren bereits Gerüchte über eine mögliche Ablösung, und Krösche wird als potenzieller Nachfolger gehandelt. Dies wirft die Frage auf: Was ist mit dem einst gefeierten Max Eberl geschehen?
Gelegentlich zeigte der 51-Jährige sein Können, etwa mit der Verpflichtung von Michael Olise, der ein Volltreffer war. Tom Bischof gilt als spannendes Talent für die Zukunft, und Luis Díaz könnte auf der linken Außenbahn den nächsten Schritt machen. Ob Trainer Vincent Kompany jedoch ein Glücksgriff im Rahmen der unglücklichen Trainersuche 2024 war, bleibt abzuwarten.
Die Abgabeseite, die Eberl zu Gladbach-Zeiten erfolgreich gestaltete, wird kritisch betrachtet. Spieler wie Leon Goretzka und Serge Gnabry, die bei Teilen der Anhängerschaft umstritten sind, stehen weiterhin auf der Gehaltsliste. João Palhinha wurde ein Jahr nach seiner Verpflichtung wieder abgegeben, da er ursprünglich ein Wunschspieler des ehemaligen Trainers Thomas Tuchel war und Kompany einen anderen Ansatz im Mittelfeld verfolgt.
Der ablösefreie Abgang von Leroy Sané sorgte für Unmut unter den Fans, ebenso wie die irreführende Kommunikation im Fall Thomas Müller. Während Eberl in Leipzig mit Joško Gvardiol und Dominik Szoboszlai insgesamt 160 Millionen Euro einnahm, war der bedeutendste Verkauf beim FC Bayern der von Matthijs de Ligt für 45 Millionen Euro an Manchester United. Für Mathys Tel sollen die Münchner 35 Millionen Euro plus fünf Millionen Euro Boni erhalten haben.
Waren die Erwartungen an Eberl zu hoch? Möglicherweise. Auch in Gladbach waren nicht alle Transfers von Erfolg gekrönt. So wird an Luuk de Jong erinnert, der 2012 für eine Rekordsumme von zwölf Millionen Euro verpflichtet wurde und sich als Flop erwies. Auch Timothée Kolodziejczak, Hannes Wolf, Peniel Mlapa, Josip Drmić, Nico Schulz und Martin Hinteregger waren keine Glücksgriffe.
Besonders mit der Verpflichtung von Marco Rose im Sommer 2019 setzte Eberl alles auf eine Karte. Gladbach sollte auf die nächste Stufe gehoben werden, doch der damalige Hype-Trainer war der Anfang vom Ende des Borussen-Aufstiegs. Dennoch schien der FC Bayern wie geschaffen für Eberl, doch die Herausforderungen sind größer als angenommen.