FC Bayern München: Südkurve bleibt vor Champions-League-Duell gegen Saint-Gilloise gesperrt
Im Stadion des FC Bayern München herrscht vor dem Champions-League-Duell gegen Saint-Gilloise eine außergewöhnliche Stimmung: Die Südkurve bleibt gesperrt. Dies hat tiefgreifende Gründe.
München – Noch bevor der erste Ball im Königsklassen-Spiel zwischen dem FC Bayern und Saint-Gilloise durch die Allianz Arena rollt, ist die Atmosphäre in der Heimstätte der Münchner ungewohnt gedämpft. Wo normalerweise Trommeln, Gesänge und Fahnen das Bild prägen, bleibt heute eine große Lücke. Der gesamte Unterrang der Südkurve bleibt leer – ein drastischer Einschnitt an einem sportlich bedeutenden Abend.
Dieser fast gespenstische Zustand in der Allianz Arena ist das Resultat einer Reihe von Entscheidungen. Die UEFA hatte aufgrund massiver Pyrotechnik-Vorfälle beim Heimspiel gegen Sporting Lissabon (3:1) die Sperrung der Blöcke 111 bis 114 verhängt. Da der FC Bayern die Tickets für diesen Bereich jedoch nicht blockweise stornieren kann – alle 9.336 Karten für die Blöcke 109 bis 117 sind technisch gleichgestellt – entschied der Klub, nicht nur die betroffenen Blöcke zu schließen, sondern den gesamten Unterrang.
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatte diese Möglichkeit bereits Anfang Januar angesprochen. Bei Besuchen in Fanclubs sagte er: „Wir werden die Blöcke 111 bis 114 sperren müssen. Aber wir überlegen ernsthaft, ob wir die komplette Südkurve sperren.“ Dieses Überlegen hat sich nun in einen konsequenten Schritt verwandelt.
Sportlich trifft diese Maßnahme vor allem die Bayern-Stars, die in der Champions League gegen Saint-Gilloise ohne die Unterstützung der tausenden Fans aus der Südkurve auskommen müssen. Trainer Vincent Kompany äußerte bei der Pressekonferenz vor der Partie seine Enttäuschung: „Es ist natürlich schade. Gerade wenn man sieht, wie viele Erfolge der FC Bayern in den vergangenen Jahren zu Hause in der Champions League hatte“, sagte er.
Gleichzeitig beruhigte er jedoch: „Wir haben trotzdem noch fast 70.000 Fans, die da sind und voll motiviert sind.“ Für den deutschen Rekordmeister steht jedoch weit mehr auf dem Spiel als nur die Kulisse. Mit einem Sieg gegen den belgischen Vertreter kann der FCB sein Ticket für die Runde der besten Acht nahezu sicher lösen und die Playoffs umgehen.
Darüber hinaus winkt mit weiteren drei Punkten ein Platz in den Top 4, was in der K.o.-Runde einen wichtigen Heimvorteil bedeuten würde. Kompany selbst hat zudem eine persönliche Motivation: Vier der letzten fünf Spiele gegen Saint-Gilloise verlor er als damaliger Trainer von Anderlecht – ein Makel, den er unbedingt ausradieren möchte, auch mit knapp 10.000 Fans weniger im Rücken.