FC Bayern München und die VAR-Diskussion nach dem Unentschieden gegen Union Berlin
Der FC Bayern München hat seine beeindruckende Siegesserie von 16 Spielen am Samstag bei Union Berlin mit einem 1:1-Unentschieden beendet. Obwohl die Köpenicker damit eine große Sensation erzielten, war das Ergebnis nicht der einzige Diskussionspunkt der Partie.
Wieder einmal sorgte der umstrittene Videobeweis (VAR) für Aufregung. Ilyas Amsah hatte die Gastgeber bereits nach neun Minuten in Führung gebracht, doch nach einer mehrminütigen Unterbrechung und Konsultation des VAR annullierte Schiedsrichter Florian Exner den Treffer. Dies führte zu erheblichem Unmut bei Union-Coach Steffen Baumgart.
„Das erste Tor ist ein Tor. Diese fünf Millimeter, über die wir sprechen, um da auf Abseits zu entscheiden, da hat jemand einen Fehler gemacht“, äußerte Baumgart nach dem Spiel im Interview mit Sky. Die Entscheidung war so knapp, dass die Abseitsstellung des Union-Stürmers nur mit einer Lupe zu erkennen war.
Die Diskussionen um den Videobeweis entflammten sofort wieder. Auch die Torwartlegende und ehemalige Bayern-Spieler Oliver Kahn äußerte sich in der Bild Sport zu dem Abseitsvorfall. Er konnte Baumgarts Reaktion gut nachvollziehen und erklärte: „Ich denke auch manchmal, dass es tatsächlich nur eine Fußspitze oder ein paar Millimeter waren.“
Dennoch warf Kahn ein, dass der VAR nicht je nach Situation unterschiedlich angewendet werden könne. „Entweder du hast den VAR oder du hast ihn nicht. Ein Dreiviertel-VAR wäre schwierig“, sagte der 56-Jährige und fügte hinzu: „Man muss an irgendeinem Punkt eine klare Linie ziehen. Was willst du machen? Ab fünf Millimetern oder zwei Zentimetern zählt es dann nicht mehr?“ Kahn schloss: „Wenn die Linie Abseits anzeigt, dann ist es so.“
Der Abseitswirbel war nicht das einzige VAR-Thema des Wochenendes. Auch im Topspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (3:1) gab es Gesprächsbedarf, nachdem Schiedsrichter Deniz Aytekin nach der Betrachtung der Videobilder dreimal auf Elfmeter entschieden hatte. Beide Trainer sprachen im Anschluss von Fehlentscheidungen.