FC Bayern siegt im Klassiker gegen Borussia Dortmund – Schiedsrichterleistungen in der Kritik
Der FC Bayern München hat den Klassiker gegen Borussia Dortmund mit 2:1 für sich entschieden. Die Leistungen des Schiedsrichters Bastian Dankert standen jedoch in der Kritik, da ihm offenbar die nötige Erfahrung fehlte.
In München ist die Diskussion um Schiedsrichterentscheidungen stets lebhaft. Selbst beim klaren Handspiel von Marc Cucurella im EM-Viertelfinale 2024 gegen Deutschland gab es unter Fans und ehemaligen Schiedsrichtern sowie Profi-Fußballern unterschiedliche Meinungen, die zunächst das Gegenteil behaupteten. Erst später sorgte die UEFA für Klarheit.
Die zahlreichen Debatten über Schiedsrichterentscheidungen ergeben sich häufig aus der Interpretationssache vieler Regelverstöße. Ein einfacher Kontakt kann als Foul gewertet werden, und Handspiele sind aufgrund der komplexen Regelinterpretation ein eigenes Thema.
Hier kommt die Rolle der Schiedsrichter ins Spiel: Sie sind dafür verantwortlich, die Regeln im Sinne eines fairen Spiels auszulegen. Im Kontext des Klassikers zwischen Bayern und Dortmund stellt sich die Frage, ob der leichte Schubser von Harry Kane an Serhou Guirassy vor dem 1:0 als Foul gewertet werden sollte.
Rund 30 Stunden nach dem Spiel gibt es immer noch verschiedene Interpretationen zu dieser Szene. Dortmunds Trainer Niko Kovač äußerte sich ambivalent: Er würde normalerweise nicht auf Foul entscheiden, jedoch habe Dankert die Partie sehr kleinlich gepfiffen, weshalb er letztendlich doch ein Foul befürwortete.
Die entscheidende Frage bleibt: Wenn ein Spieler beim Hochspringen von hinten leicht geschubst wird, beeinflusst das seine Position im Luftzweikampf und seine Chance, den Ball zu erreichen? Wenn dies bejaht wird, ist es ein Foul.
Für Schiedsrichter Dankert kommt eine weitere Entscheidungsdimension hinzu. Es ist wichtig, Entscheidungen im Sinne des Spiels zu treffen und die Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Der Klassiker ist das bedeutendste Spiel in Deutschland, und mit einem Sieg der Bayern, die als Favoriten ins Spiel gingen, könnte die Meisterschaft vorentschieden sein.
Selbst bei einem 50:50-Zweikampf, bei dem jede Entscheidung vertretbar ist, sollte der Schiedsrichter strategisch die Entscheidung mit den geringsten negativen Folgen für das Spiel treffen. Ein 0:0, bei dem beide Teams weiterhin aus eigener Kraft entscheiden können, wäre die bessere Wahl gewesen.
Das Problem mit Dankert in diesem Klassiker ist jedoch gravierender. Obwohl er 45 Jahre alt und erfahrener Schiedsrichter ist, hat er in den letzten Jahren selten Spitzenspiele geleitet. In der Saison 2024/25 kam er auf 15 Bundesliga-Einsätze, wobei sein einziges echtes Spitzenspiel das Duell zwischen RB Leipzig und Bayer 04 Leverkusen war.
Sein letzter Klassiker war ebenfalls von Kontroversen geprägt: Beim 6:0-Sieg 2017/18 gab es zwei Abseitstore für Bayern. Dankert schien nicht optimal auf das Top-Spiel vorbereitet zu sein und zeigte schwaches Stellungsspiel. Eine kritische Szene ereignete sich, als er von Bayerns Aleksandar Pavlovic angeschossen wurde, was er bei besserem Stellungsspiel hätte vermeiden können.
In der Folge wurde das Spiel unterbrochen, als Dortmunds Julian Ryerson den Ball abfing, was zu seiner Gelben Karte in der 19. Minute führte. Diese Entscheidung brachte Dortmund aus dem Rhythmus, und nur zwei Minuten später führte ein Eckball, den sie abgaben, zum 1:0 durch Kane.
Dankert pfiff das Spiel insgesamt sehr kleinlich, war jedoch inkonsequent bei der Verteilung von Gelben Karten. Während die Dortmunder schnell für kleinere Vergehen verwarnt wurden, ließ er härtere Fouls von Bayern-Spielern unbestraft. Dies führte dazu, dass die Dortmunder nach einer Gelben Karte vorsichtiger in die Zweikämpfe gingen, während Bayern unbehelligt agieren konnte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schiedsrichterverantwortlichen einen unerfahrenen Mann für ein Spitzenspiel eingesetzt haben. Dankert fiel durch schwaches Stellungsspiel und eine inkonsistente Linie auf, während der Zweikampf von Kane vor dem Tor als Foul gewertet werden sollte. Selbst wenn man argumentiert, dass der Schubser von Kane nicht zwingend geahndet werden muss, sollte die strategische Verantwortung eines Schiedsrichters in Betracht gezogen werden: Bei einem 0:0 ist es wichtig, eine Entscheidung zu treffen, die beiden Mannschaften die Möglichkeit lässt, aus eigener Kraft zu gewinnen, ohne dass der Schiedsrichter das Spiel entscheidend beeinflusst. Leider war dies im Klassiker der Fall.