FC Bayern und die Herausforderungen im Transfermarkt
Joao Palhinha und seine Mitspieler: Während Real Madrid hohe Einnahmen erzielt, bleibt der FC Bayern bislang hinter den Erwartungen zurück. Max Eberl hat klare Vorgaben.
Die emotionalen Abschiedsworte von Tottenham waren wohl gemeint, wurden in München jedoch mit gemischten Gefühlen aufgenommen. „Du warst da, als wir dich am meisten gebraucht haben, und hast alles für den Verein gegeben“, schrieben die „Spurs“ in ihrem Abschiedspost an Joao Palhinha. Damit wurde offiziell, was sich bereits seit einiger Zeit abzeichnete: Ein Verkauf ist gescheitert – die Bayern stehen weiterhin vor einem Palhinha-Problem, und das ist nicht das einzige.
Wer kauft, muss auch verkaufen – kaum jemand kennt diese Regel besser als Max Eberl, dem vor über einem Jahr vom mächtigen Aufsichtsrat des Rekordmeisters ein Kaufstopp auferlegt wurde. Auch in diesem Jahr ist die Liste der abzugebenen Spieler bei Bayern lang. Rund 100 Millionen Euro wurden für die beiden Neuzugänge Ismael Saibari und Nathaniel Brown ausgegeben, eine weitsichtige und zügige Entscheidung. Doch da die Transferbilanz nun negativ ist, steht der Sportvorstand in der Verantwortung, als Verkäufer tätig zu werden. Dies ist nicht unbedingt eine dankbare Aufgabe, aber eine, an der man gemessen wird. Ein erfolgreiches Beispiel könnte Eberl von Real Madrid entnehmen.
Bei den Königlichen rollt das Geld sogar für Spieler, die in der vergangenen Saison kein einziges Mal auf dem Platz standen. Florentino Pérez hat bereits knapp 130 Millionen Euro eingenommen, konkret durch Verkäufe wie Nico Paz (60 Mio. Euro), Víctor Muñoz (25), Mario Gila (15), Álvaro Rodríguez (12,5), Álex Jiménez (12,5) und Fran Garcia (3). Im Vergleich dazu stehen die Bayern mit bisher 19 Millionen Euro Einnahmen für Daniel Peretz (8/Southampton), Jonah Kusi-Asare (6/Fulham) und Alexander Nübel (5/Besiktas) weit zurück. Möglicherweise könnten weitere 6 Millionen Euro von Deportivo La Coruña für Jonathan Asp Jensen und 10 für Noel Aseko von Frankfurt hinzukommen.
Kleinvieh macht Mist, doch Eberl strebt nach größeren Zielen. Wenn er für Palhinha (Wunschpreis: 17–20 Millionen), Bryan Zaragoza (13) und Sacha Boey (15) insgesamt 35 bis 40 Millionen Euro generiert, wäre das ein Erfolg. Spieler wie Hiroki Ito oder Alphonso Davies könnten zudem zusätzliche Einnahmen in die Kassen spülen. Sicher wären auch einige wohlwollende Abschiedsworte zu erwarten.