FC Bayern: Verletzungsprobleme nach CL-Sieg gegen Atalanta
Die Verantwortlichen des FC Bayern München waren nach dem verletzungsbedingten Dreifachschock sichtlich betroffen. Torwart Jonas Urbig muss nun einen Fünf-Stufen-Plan zur Genesung durchlaufen.
München – Der FC Bayern feierte im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League einen beeindruckenden 6:1-Sieg gegen Atalanta Bergamo, doch die Freude wurde durch gleich drei Verletzungen getrübt. Besorgniserregend sind die Verletzungen von Jamal Musiala, Alphonso Davies und Jonas Urbig, wobei letzterer sich völlig unnötig in der Nachspielzeit verletzte.
Unmittelbar vor dem Gegentor wurde Urbig unglücklich von Atalantas Stürmer Nikola Kristovic am Kopf getroffen. Es handelte sich um einen unabsichtlichen, jedoch überflüssigen Zusammenstoß. Die Partie wurde kurz darauf abgepfiffen, und Urbig musste mit Unterstützung in die Kabine gebracht werden, bevor er direkt in eine nahegelegene Klinik transportiert wurde.
In München wurde der junge Torwart sofort untersucht. Die Diagnose lautete auf Gehirnerschütterung, und die Ärzte erwarten eine Ausfallzeit von bis zu zehn Tagen. Für das kommende Spiel am Samstag gegen Leverkusen (15:30 Uhr) wird der 22-Jährige definitiv nicht im Tor stehen, und auch für das Rückspiel gegen Bergamo am Mittwoch ist sein Einsatz sehr fraglich. Positiv zu vermerken ist, dass die Verantwortlichen des FC Bayern aufgrund der sportlichen Situation keinen Grund zur Eile haben.
Seit März 2023 gibt es in Deutschland für Kopfverletzungen ein festgelegtes Verfahren, das „DFL-Protokoll Kopfverletzungen“. Dieses sieht eine erste Ruhephase von 24 bis 48 Stunden vor, um alle Begleiterscheinungen abklingen zu lassen. Danach bewertet der Spieler auf einer Skala von null bis sechs sein Schmerzempfinden und kann auch ankreuzen, ob etwas nicht stimmt.
Im Anschluss greift der „Return-to-Sport“-Plan, ein Fünf-Stufen-Konzept zur Rückkehr auf das Spielfeld. In der ersten Stufe sind nur lockere Einheiten, wie beispielsweise auf dem Ergometer, erlaubt. Stufe zwei erlaubt fußballspezifische Übungen mit geringer Belastung, solange keine Symptome auftreten. Ab Stufe drei sind intensivere Übungen möglich, jedoch weiterhin ohne Körperkontakt.
Wenn die ersten drei Stufen erfolgreich durchlaufen wurden, können die Ärzte – beim FC Bayern sind dies Team-Internist Prof. Dr. Roland Schmidt sowie die Ärzte Prof. Dr. Peter Ueblacker und Dr. Jochen Hahne – die medizinische Freigabe für das normale Training erteilen. Stufe fünf umfasst dann die Rückkehr ins Spiel, doch bis dahin muss Jonas Urbig noch Geduld aufbringen.