FC Bayern vor herausforderndem Spiel gegen Mainz 05
Der FC Bayern München hat die Bundesliga seit vielen Jahren fest im Griff, sieht sich jedoch immer wieder Gegnern gegenüber, die dem Rekordmeister Schwierigkeiten bereiten. Mainz 05 zählt derzeit zu diesen Mannschaften.
Am 30. Spieltag sicherte sich der FC Bayern seine 34. Meisterschaft in der Bundesliga und die 35. insgesamt. Zudem steht der Verein erstmals seit 2020 wieder im DFB-Pokalfinale. Im Halbfinale der Champions League wartet mit dem Titelverteidiger Paris Saint-Germain eine große Herausforderung. Viele Experten betrachten dieses Aufeinandertreffen als das „vorweggenommene Endspiel“. Das dritte Triple in der Vereinsgeschichte scheint für den deutschen Rekordmeister dennoch in greifbare Nähe zu rücken.
In dieser Situation gilt es, die Kräfte zu bündeln, da der Kader der Münchner in dieser Saison bewusst schlank gehalten wurde. Diese Strategie gestaltet sich jedoch als schwierig, da neben den verletzten Spielern Serge Gnabry (Saisonaus), Lennart Karl und Tom Bischof auch viele talentierte Nachwuchsspieler ausfallen, die von Trainer Vincent Kompany wertvolle Einsatzzeiten erhalten hatten. Und nun steht, nur drei Tage vor dem Hinspiel im Pariser Prinzenpark, ausgerechnet der FSV Mainz 05 auf dem Programm.
Der aktuelle Tabellenzehnte war in den letzten fünf Spielzeiten tatsächlich ein „Angstgegner“ für den Rekordmeister: Vier von fünf Auswärtsspielen in Mainz gingen verloren, darunter drei in den letzten drei Aprils (2021 bis 2023). Die letzte Bundesliga-Auswärtsniederlage des FCB in Mainz datiert auf Dezember 2024 (1:2) und war die einzige für Kompany seit seiner Amtsübernahme im Sommer 2024.
Vor der Partie wurde der Bayern-Trainer auf der Pressekonferenz gefragt, ob dieses Spiel eine „Probe“ für das Duell in Paris darstelle, da er aufgrund von drei Gelben Karten nicht auf der Bank sitzen darf. Auch die Frage nach einer möglichen Spielerrotation gegen den „Angstgegner“ wurde aufgeworfen.
Der Belgier antwortete in seiner typischen Art: „Das Mainz-Spiel ist keine Probe, sondern ein Bundesligaspiel. Wir wollen die drei Punkte. Ich glaube, Urs Fischer würde in meiner Position das Gleiche tun“, erklärte der 40-Jährige. Er räumte jedoch ein: „Es könnte sein, dass wir Anpassungen in der Belastungssteuerung vornehmen müssen. Wichtig ist, dass wir bereit sind, unser Bestes zu geben. Wenn das nicht gelingt, weil Mainz ein sehr schwieriges Auswärtsspiel ist, müssen wir bereit sein zu kämpfen.“
Kompany plant, „die Jungs aufzustellen, die sich keine Gedanken machen müssen, weil sie frisch sind. Jeder wird seine Rolle in den nächsten Wochen spielen, aber zunächst hat Mainz absolute Priorität. Wir müssen vernünftige Entscheidungen treffen.“
Auf die Frage, ob seine Spieler in Mainz vielleicht schon an Paris denken, sagte der Bayern-Coach: „Wir sind alle Menschen. Wir hatten vor einigen Wochen ähnliche Situationen mit den zwei Spielen gegen Madrid. Diese Spiele sind so groß, dass man sie nicht ignorieren kann. Das werde ich auch nie behaupten. Aber als Trainer kann ich ein Vorbild sein – wie gestalten wir die Vorbereitung? Wie ist die Ansprache?“
Es ist offensichtlich, dass auch in Mainz die Rotationsmaschine wie in allen Bundesliga-Spielen im April in Gang gesetzt wird. Kompany erklärte: „Ich kann einigermaßen gute Entscheidungen treffen. Das große Ziel ist nicht aus den Augen zu verlieren, aber wir dürfen auch keine Angst haben, frische Spieler ins Spiel zu bringen, die bereit sind, in den Kampf zu gehen. Das ist nichts anderes als die Mentalität, die wir die gesamte Saison über hatten. Wir werden das nicht ändern.“
Typisch für Kompany ist, dass seine Ziele keine neuen Rekorde sind – für einen weiteren Titel in der Bundesliga sind noch vier Siege erforderlich. Er möchte jedoch alle verbleibenden Spiele gewinnen, und es ist ihm und seiner Mannschaft zuzutrauen, dies trotz der schwierigen Voraussetzungen zu erreichen.
In den Heimspielen war Mainz, trotz des 2:2 im Hinspiel, ein gern gesehener Gast in München und keineswegs ein Angstgegner. In fünf der letzten acht Bundesliga-Partien in der Allianz Arena erzielten die Bayern mindestens fünf Tore: 6:0, 6:1, 5:2, 6:2 und 8:1. Interessant ist auch, dass die Münchner nur wenige Wochen vor ihren letzten Bundesliga-Pleiten in Mainz zweimal souverän mit 4:0 im Pokal gewonnen haben. Folgt dem FCB-Pokal-Comeback nun auch ein langersehntes Bundesliga-Sieg-Comeback beim „Karnevalsverein“?