FC Bayern: Vorstandschef Dreesen äußert sich zu Transfers und finanzieller Strategie
München – Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern hat Vorstandschef Jan-Christian Dreesen eine klare Botschaft zu Transfers und finanzieller Vernunft übermittelt. "Wir können uns jeden Transfer leisten, den wir machen wollen. Aber wir wollen nicht jeden Transfer tätigen und schon gar nicht um jeden Preis. Was für uns vernünftig ist, definieren wir selbst und nicht andere", erklärte Dreesen im Münchner BMW-Park.
Er betonte die eiserne Regel des Vereins: "Wir geben nicht mehr aus, als wir einnehmen. Diese Maxime galt in der Vergangenheit und wird auch in Zukunft gelten." Dreesen wies auf die schwierige Situation auf dem internationalen Transfermarkt hin und bemerkte: "Wir erleben stürmische Zeiten. Der Transfermarkt hat in diesem Sommer eine Rekordsteigerung von über 50 Prozent erlebt – auf über neun Milliarden US-Dollar." Der FC Bayern müsse sich mit Klubs messen, "die für ihr Geld längst nicht so hart arbeiten müssen wie wir", fügte er hinzu und bemerkte spöttisch: "Wir haben niemanden, der uns mal eben ein paar Millionen aus seiner Schatulle zusteckt. Aber wissen Sie was? Ich finde das richtig gut!"
Dreesen sprach auch die strukturellen Herausforderungen in der Bundesliga an: "Der Erste der englischen Liga erhält das Doppelte des FC Bayern München. Selbst der Letzte der Premier League hat immer noch 25 Prozent höhere Medieneinnahmen als der Meister der deutschen Bundesliga." Diese Ungleichheit herrsche auch in Spanien und Italien, so der CEO.
Trotz dieser Unterschiede konnte der FC Bayern in der vergangenen Saison neue finanzielle Rekorde aufstellen. Dreesen erläuterte, dass die Erlöse im Spielbetrieb auf 260,7 Millionen Euro gestiegen seien – ein Plus von 14,9 Prozent. Ein wesentlicher Faktor dafür sei die im Sommer ausgetragene Klub-WM gewesen.
„Dieser neue Wettbewerb war für uns nicht nur finanziell ein Erfolg“, so Dreesen. „Die Klub-WM hat uns neue Fans, weltweite Aufmerksamkeit und ein ganz besonderes Wir-Gefühl gebracht. Das Team war fast vier Wochen zusammen und ist dabei enger zusammengerückt. Sicherlich trägt dieser Spirit zum aktuellen Erfolg bei.“
Bereits im Oktober hatte Dreesen in einem Interview mit der Welt am Sonntag eine nahezu identische Aussage getroffen, um auf Kritik am zurückhaltenden Transfersommer zu reagieren: "Wir können uns jeden Transfer leisten, den wir machen wollen", erklärte er damals. Er ergänzte: "Aber wir wollen einen Spieler bezahlen können, ohne zur Bank rennen zu müssen. Das ist nicht in der DNA des FC Bayern." (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)