FIFA bewertet die Fußball-WM 2026 als Erfolg

FIFA bewertet die Fußball-WM 2026 als Erfolg

Kurz vor dem Finale der Fußball-WM 2026 hat die Studiengruppe der FIFA eine erste Bewertung der XXL-Weltmeisterschaft in Nordamerika vorgenommen.

Im Vorfeld der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko sorgte die Aufstockung von 32 auf 48 Teilnehmer für gespaltene Meinungen. Die Technical Study Group der FIFA, unter der Leitung des ehemaligen Arsenal-Coaches Arsene Wenger und Ex-Bundestrainers Jürgen Klinsmann, kam jedoch zu dem Schluss, dass die größte Weltmeisterschaft der Fußballgeschichte keinen Qualitätsverlust, sondern vielmehr einen Gewinn gebracht hat. Dies wurde bei einer Pressekonferenz am Samstag in East Rutherford bekannt gegeben.

„Viele haben befürchtet, dass mehr Teams ein Desaster für einige bedeuten würden. Das war nicht der Fall. Die Lücke zwischen den Großen und den Kleinen hat sich verringert“, erklärte Wenger. Er bezeichnete die Erweiterung des Teilnehmerfeldes als „die richtige Entscheidung und einen großen Erfolg“.

Als Beweis verwies Wenger auf das Team von Kap Verde, das beim WM-Debüt den Einzug ins Sechzehntelfinale feierte und dort erst nach Verlängerung am Titelverteidiger Argentinien scheiterte. „Ich glaube, die Qualität des Turniers war sehr hoch“, betonte der FIFA-Direktor. Dass Spanien und Argentinien im WM-Finale am Sonntag stehen, wertet er als Bestätigung der hohen technischen Qualität und Teamintelligenz.

Die Daten der Studiengruppe belegen auch den Erfolg mehrerer Regeländerungen. Nur noch zwölf Prozent aller Abstöße dauerten länger als 30 Sekunden, während es bei der WM 2022 in Katar noch ein Viertel war. Zudem sank die durchschnittliche Anzahl medizinischer Behandlungspausen pro Spiel von 2,3 auf 1,6. Schiedsrichter wurden vor dem Turnier angewiesen, Zeitverzögerungen konsequent zu unterbinden.

Taktisch prägte der Trend des tiefen Verteidigungsblocks das Turnier besonders. Die Anzahl der Tore nach Schüssen von außerhalb des Strafraums verdoppelte sich im Vergleich zu Katar von acht auf 16 Prozent. „Immer mehr Mannschaften verteidigen im tiefen Block, da ist kein Platz im Zentrum, und Schüsse von außerhalb sind auch eine Lösung für die Zukunft“, erklärte Klinsmann.

Der ehemalige Bundestrainer geht davon aus, dass dieser Stil künftig auch auf Vereinsebene vermehrt Anwendung finden wird. Selbst Spitzenteams wie Spanien, Frankreich und Argentinien verteidigten tiefer und nutzten die Schnelligkeit ihrer Offensivspieler bei Kontern. „Die Explosivität einzelner Spieler wird wichtiger“, fügte Wenger hinzu.

Die Torhüter veränderten ebenfalls ihr Verhalten: Sie verließen häufiger ihre Linie und fausteten bei Flanken, Ecken und Freistößen fast zehn Prozent häufiger als noch 2022. Der frühere Schweizer Nationalkeeper Pascal Zuberbühler führt dies auf die veränderte Regelauslegung zurück, die darauf abzielt, Torhüter besser zu schützen.

Ein Wermutstropfen blieb jedoch bei Klinsmann in Bezug auf ruhende Bälle. „Ich habe keine neuen Varianten gesehen, die den Unterschied machten. Aber die Trainer hatten auch wenig Zeit, um sie zu üben.“ Trotz mehrfacher Nachfrage wollte sich die Gruppe nicht zu den umstrittenen Trinkpausen bei der WM äußern. „Wir haben noch keine Schlüsse gezogen, wir werden das analysieren“, sagte Wenger. Eine ausführliche Auswertung soll nach dem Turnier folgen.

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