FIFA plant Reform der Abseitsregel zur Verbesserung des Spiels
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat angekündigt, die umstrittene Abseitsregel grundlegend zu reformieren. Dieser Plan könnte das Ende der langwierigen VAR-Unterbrechungen im Fußball bedeuten.
Frankfurt – Lange VAR-Unterbrechungen, präzise Millimetermessungen und Frustration bei Fans und Spielern: Die aktuellen Abseitsentscheidungen sorgen regelmäßig für Ärger im Fußball. Doch das könnte sich bald ändern. Infantino äußerte beim World Sports Summit in Dubai, dass eine mögliche Revolution der Abseitsregel in Planung sei. Er erklärte: „Wir betrachten die Abseitsregel, die sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat“, und betonte, dass das Ziel darin besteht, den Fußball „offensiver und attraktiver“ zu gestalten. Zudem verteidigte er die Ticketpreise für die WM 2026.
Die geplante Änderung basiert auf einem Vorschlag des ehemaligen Arsenal-Trainers Arsène Wenger aus dem Jahr 2020. Infantino konkretisierte: „Vielleicht muss der Spieler in Zukunft vollständig vor dem Verteidiger stehen, um als abseits zu gelten.“ Dies würde bedeuten, dass es kein Abseits mehr geben könnte, wenn ein Spieler lediglich mit einer Schulter, einem Knie oder einer Fußspitze vor dem Verteidiger steht.
Der ehemalige Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt sich überzeugt, dass diese Reform kommen wird. Auf X schrieb der 52-Jährige: „Die Grundlage für die neue Abseitsregel wurde nun gelegt.“ Die FIFA scheint bereit zu sein, die Änderung im März umzusetzen, wenn die neuen Regeln für die kommende Saison verabschiedet werden. Gräfe warnt jedoch auch vor neuen Herausforderungen: „Für die Assistenten wird es nun noch brutaler schwieriger, denn irgendwo eine mögliche Überschneidung zu erkennen, ist fast nicht mehr möglich.“
Die FIFA hatte bereits mit Genehmigung des International Football Association Board (IFAB) Tests zu Wengers Vorschlag durchgeführt, die jedoch aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen werden mussten. Im Oktober sprach sich das IFAB-Beratungsgremium für „weitere Analysen und zusätzliche Tests“ aus. Die entscheidende Versammlung ist für den 20. Januar in London angesetzt, wo über die Zukunft der Abseitsregel entschieden werden könnte. Auch die Wechselregelungen werden sich bei der WM 2026 ändern.
Kritiker bezweifeln jedoch, dass die Anzahl strittiger Entscheidungen tatsächlich sinken wird. Auch in Zukunft müsste geprüft werden, ob ein Angreifer mit dem gesamten Körper vor dem Verteidiger steht. Die Abseitslinie würde sich lediglich verschieben, nicht verschwinden. Dennoch könnte die Reform das Ende der gefürchteten Millimetermessungen bedeuten und dem Fußball zu mehr Offensivaktionen verhelfen.