Florian Neuhaus über seine Rückkehr nach der Krise
Florian Neuhaus hat offen über die herausfordernden Monate nach dem Video-Eklat auf Mallorca gesprochen und berichtet, wie er sich aus dieser Krise herauskämpfte.
Mönchengladbach – Im vergangenen Sommer musste Florian Neuhaus plötzlich mit der U23 trainieren, was sich für ihn wie ein Rückschritt anfühlte. Vorausgegangen war ein skurriles Video, in dem der ehemalige deutsche Nationalspieler auf Mallorca über den damaligen Sportdirektor der Fohlen, Roland Virkus, scherzte – das berühmte „Don Rollo“-Video.
Nachdem das brisante Video öffentlich wurde, geriet der 28-Jährige in eine der schwierigsten Phasen seiner Karriere. Neben interner und externer Kritik sowie seiner Versetzung zur U23 wurde Neuhaus auch mit einer empfindlichen Geldstrafe und einer Sperre belegt. Doch diese Phase sollte sich letztendlich als Wendepunkt erweisen.
Heute ist der Mittelfeldspieler wieder fester Bestandteil der Gladbacher Startelf und schildert, wie er die turbulente Zeit nach dem geleakten Mallorca-Video erlebt hat. „Natürlich war das ein Fehler. Das habe ich schnell eingesehen und mich entschuldigt“, erklärte er rückblickend gegenüber dem kicker.
Die Versetzung zur U23 betrachtete er nicht als Strafe, sondern als Gelegenheit, seine Gewohnheiten zu hinterfragen und Verantwortung zu übernehmen. „Ich musste mich bei der U23 einbringen, mich um organisatorische Dinge kümmern. Ich war auch schnell in der WhatsApp-Gruppe dabei. Ich habe die Situation angenommen und mein Ding durchgezogen“, sagte er.
Der Kontakt zu Trainer Eugen Polanski, der später die Profis übernahm, unterstützte ihn zudem bei seinem Neuanfang. Es war eine Phase, in der er neu bewertet wurde – nicht immer positiv. Neuhaus beschreibt, wie er diese Situation für sich nutzte: „Ich wusste: Okay, jetzt bin ich mal ganz unten. So schätzen mich die Leute von außen ein. Aber das bedeutete für mich auch die Chance, das Ganze wieder umzudrehen und Stärke daraus zu ziehen“, berichtete er im kicker.
Er konzentrierte sich voll und ganz auf den Sport, führte zahlreiche Gespräche und arbeitete konsequent an seinem Comeback. Unter Polanski wurde er schließlich erneut zum Schlüsselspieler der Fohlen. Trotz der Krise, weniger Spielzeit und öffentlicher Debatten dachte Neuhaus in all diesen Monaten nicht an einen Abschied.
„Ich bin wahnsinnig gerne zum Training gefahren. Aber ich kam einfach nicht auf die Spielzeit, die sich ein Fußballer wünscht“, sagte er. Ein Wechsel kam für ihn jedoch nie in Frage. „Ich lasse mich nicht unterkriegen. Deshalb kam der Gedanke an einen Transfer auch nicht auf. Ich habe den langfristigen Vertrag bei Borussia ganz bewusst unterschrieben, weil ich mich in diesem Klub wohlfühle.“ Heute ist Neuhaus wieder ein wichtiger Bestandteil der Pläne der Fohlen und ein Symbol dafür, wie ein sportlicher Neuanfang gelingen kann.