Florian Wirtz wechselt zu Liverpool: Ein Blick auf seine Entscheidung
In der Kolumne Absolut International wird die Entscheidung von Florian Wirtz beleuchtet, im Sommer zum FC Liverpool zu wechseln, anstatt zum FC Bayern München.
Liverpool/München – Die Fans des internationalen Fußballs haben viel über Florian Wirtz' Wechsel zum FC Liverpool anstelle von Bayern München diskutiert. „Nuancen“ hätten den Ausschlag gegeben, erklärte sein Vater und Berater Hans-Joachim Wirtz im Spiegel. Auch beim Gehalt habe es „keine großen Unterschiede“ gegeben. Entscheidende Faktoren waren offenbar die taktischen Perspektiven.
Vor seiner Entscheidung sprach Wirtz sowohl mit Liverpools Trainer Arne Slot als auch mit Bayerns Coach Vincent Kompany. Slot konnte seinen Sohn „persönlich überzeugen“, so Wirtz Senior. Seine Präsentation zur Spielphilosophie, zum Ballbesitzspiel und Pressing sowie zur Rolle, die Wirtz im Team einnehmen könne, sei präzise und überzeugend gewesen.
Trainerlegende Arsène Wenger wirft nun ein neues Licht auf die Entscheidung. Vor dem Champions-League-Duell zwischen Liverpool und Real Madrid erklärte er bei beIN SPORTS: „Als Wirtz die Wahl hatte, zu Bayern München oder Liverpool zu gehen, sagte er zu Liverpool: ‚Ich komme zu euch, wenn ich auf der Zehn spielen darf. Ich will nicht auf dem Flügel spielen.‘ Liverpool hat dann, um ihn zu bekommen, zugestimmt.“
Wengers Aussage verdeutlicht zugleich die Herausforderung für den FC Bayern: Wie hätte das Zusammenspiel mit Jamal Musiala funktioniert? Musiala besetzt das offensive Zentrum, wenn er fit ist. Für Wirtz wäre der Flügel die Alternative gewesen, die er offenbar vermeiden wollte.
Zu Beginn setzte Slot Wirtz bei den Reds überwiegend im Zentrum ein, wo dieser jedoch seine spielerische Präsenz nicht voll entfalten konnte. Auf der offensiven Außenbahn zeigte er zuletzt deutlich mehr Dynamik: Gegen Real Madrid wurde er in der 88. Minute mit wohlwollendem Applaus verabschiedet, und bereits im Spiel gegen Eintracht Frankfurt, das 5:1 endete, hatte er zwei Torbeteiligungen.
Der FC Bayern kann hingegen auf die Sommertransferphase gelassen zurückblicken. Mit dem 2:1-Sieg gegen Paris Saint-Germain setzte der Klub ein weiteres Ausrufezeichen – die Verpflichtung von Luis Díaz, der nach dem geplatzten Wirtz-Transfer aus Liverpool geholt wurde, hat sich frühzeitig ausgezahlt. Sein Doppelpack gegen PSG sorgte für Aufsehen, auch wenn sein anschließender Platzverweis für Diskussionen sorgte.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Wirtz wählte die Option, in der er seine Rolle am klarsten definieren konnte. Dass ihn die Realität eines Top-Klubs nun zur Flexibilität zwingt, ist kein Widerspruch, sondern Teil des Entwicklungsprozesses von Spielern seines Formats. Ob Liverpool langfristig die richtige Bühne für ihn ist, wird die Zukunft zeigen.