Folgen des Champions-League-Aus für Borussia Dortmund
Das Aus in der Champions League könnte für Borussia Dortmund wegweisende Monate einleiten.
Dortmund – Die Verantwortlichen von Borussia Dortmund hatten nicht mit dem Ausscheiden aus der Champions League gerechnet. Nach dem 2:0 im Hinspiel gegen Atalanta Bergamo war die Erwartung groß, dass die Mannschaft den Einzug ins Viertelfinale sichern könnte. Doch nach der 1:4-Niederlage stellen sich viele Fragen, und es könnten Veränderungen bevorstehen.
Besonders brisant ist die Situation um Niko Kovac. Diese Diskussion entsteht jedoch nicht, weil der BVB von ihm Abstand nehmen möchte, sondern weil der Kroate möglicherweise den Verein verlässt. Laut Berichten der Bild sollen Tottenham Hotspur, Manchester United und der FC Chelsea Interesse an dem 54-Jährigen gezeigt haben.
Kovac konzentriert sich zwar voll auf seine Aufgabe beim BVB, könnte sich jedoch grundsätzlich einen Wechsel in die Premier League vorstellen. Die kurzfristige Entwicklung beim Tabellenzweiten könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen. Sein Vertrag läuft noch bis 2027.
Eine direkte Folge des Scheiterns in den Playoffs der Champions League ist der Verlust von elf Millionen Euro an UEFA-Prämien, die fest im Budget für personelle Planungen eingeplant waren. Weitere Einnahmen aus einem zusätzlichen Heimspiel oder dem Weiterkommen sind dabei nicht berücksichtigt.
An der Börse hat der Klub seine Prognose nach unten korrigiert. Im schlimmsten Fall rechnet der BVB mit einem Verlust von 27 Millionen Euro. „Das bedeutet erstmal nichts Gutes“, erklärte Sportdirektor Sebastian Kehl. „Das Weiterkommen und die damit verbundenen Einnahmen waren eingeplant. Wir werden das intern aufarbeiten und damit umgehen können. Wir werden daraus unsere Schlüsse ziehen.“ Es ist nicht auszuschließen, dass es zu personellen Trennungen kommt.
Es steht bereits fest, dass die auslaufenden Verträge von Niklas Süle und Salih Özcan nicht verlängert werden. Auch Stars wie Emre Can, Julian Brandt und Marcel Sabitzer könnten auf den Prüfstand kommen. Laut Bild könnte einer der Topspieler, darunter Nico Schlotterbeck, Serhou Guirassy, Karim Adeyemi und Felix Nmecha, verkauft werden, um finanzielle Verluste zu kompensieren. Gehaltsanpassungen könnten ebenfalls eine Möglichkeit sein, um Einsparungen zu erzielen.
Die weitere sportliche Entwicklung wird entscheidend sein. Mit dem Verlust von zwei Titeln und einem Rückstand von acht Punkten auf den FC Bayern könnte die Meisterschaft in weite Ferne rücken, insbesondere wenn am Samstag kein Sieg gelingt. Eine weitere Niederlage könnte die Stimmung rund um den Klub erheblich verschlechtern.
„Wir werden in den nächsten Wochen alles versuchen, um in der Bundesliga so nah wie möglich dran zu bleiben. Das ist unsere Aufgabe und auch die Pflicht der Mannschaft“, betonte Kehl. Andernfalls könnte die Saison für den BVB bereits Anfang März beendet sein. Dies sind keine guten Voraussetzungen für den angeschlagenen Verein.