Niko Kovac verteidigt Borussia Dortmund gegen Kritik
Nach zuletzt durchwachsenen Auftritten von Borussia Dortmund hat Trainer Niko Kovac auf die aufkommende Kritik reagiert. Während er Mängel in der Präzision einräumt, warnt er vor überzogenen Reaktionen von außen.
Dortmund – Niko Kovac sieht seine Mannschaft trotz kritischer Stimmen auf dem richtigen Weg. Nach der 1:4-Niederlage in der Champions League gegen Manchester City und dem 1:1-Unentschieden in der Bundesliga gegen den Hamburger SV gesteht der Trainer im Interview mit dem kicker, dass es „Verbesserungspotenzial“ gibt, möchte jedoch keine Grundsatzdiskussion anstoßen.
Kovac macht vor allem technische Ungenauigkeiten für die derzeit schwächere offensive Phase verantwortlich. Die Abläufe, die in der vergangenen Saison regelmäßig funktioniert haben, greifen aktuell nicht konsequent genug. Besonders im letzten Drittel fehlt es an Präzision: „Es geht um ungenaues Passspiel, die Ballannahme und die Ballmitnahme. Viele Details im und um den Sechzehner sind nicht so sauber, wie wir es noch in der letzten Saison hatten.“
Seiner Ansicht nach kommt das Team zu selten in gefährliche Abschlusssituationen. Dieses Problem zeigte sich auch beim Remis in Hamburg, wo der BVB nicht genug kreierte, um das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Gleichzeitig warnt der Coach vor Überreaktionen und betont, dass er die Erwartungshaltung beim BVB gut einschätzen kann.
Kritik möchte er nicht überbewerten: „Wenn wir Tabellenelfter wären, würden wir nicht darüber sprechen, ob unser Fußball auch schön genug ist. Dann ginge es um die A-Note: um die Ergebnisse.“ Es sei entscheidend, sich nicht von äußeren Diskussionen beeinflussen zu lassen: „Für mich als Trainer ist es wichtig, dass ich mich von den äußeren Debatten nicht treiben lasse oder deshalb in Aktionismus verfalle“, erklärte er. „Ich stelle wegen eines Remis in Hamburg nicht alles infrage, was vorher gut war.“
Die Erfahrung seiner langen Karriere hilft ihm, mit dem Druck von außen umzugehen. Kritik nimmt er nicht mehr persönlich, sagte Kovac, der Social Media bewusst meidet: „Das, was dort geschrieben wird, frisst dich irgendwann auf, wenn du nicht aufpasst.“ Trotz der jüngsten Ergebnisse zieht der Dortmunder Trainer ein positives Zwischenfazit. Die Mannschaft habe in den vergangenen Monaten „Konstanz und Stabilität“ erlangt, viele Tore erzielt und defensiv größtenteils überzeugt. Auch wenn sich die Balance zuletzt etwas verschoben habe, sieht er den BVB auf einem guten Weg und möchte diesen konsequent fortsetzen.