Gerardo Seoanes Zukunft bei Borussia Mönchengladbach ungewiss

Gerardo Seoanes Zukunft bei Borussia Mönchengladbach ungewiss

Die Situation für Gerardo Seoane wird zunehmend angespannt. Steht Borussia Mönchengladbach im Ernstfall vor einem Trainer-Comeback?

In Mönchengladbach ist ungewiss, ob die Zusammenarbeit mit Gerardo Seoane fortgesetzt wird. Nach drei sieglosen Spielen zum Auftakt der Bundesliga lastet erheblicher Druck auf dem Trainer. Angesichts des aktuellen Negativtrends könnte dies sein Ende besiegeln.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, welcher Trainer die Herausforderung annehmen möchte. Borussia Mönchengladbach ist ein Traditionsverein mit einer starken Geschichte, was den Druck bei einer Übernahme erhöht. Vor der Länderspielpause stehen zudem anspruchsvolle Spiele gegen Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und den SC Freiburg an.

Falls Seoane seinen Posten räumen muss, gibt es mehrere mögliche Nachfolger. Ein Kandidat ist U23-Trainer Eugen Polanski. Allerdings könnte man sich fragen, ob der ehemalige Profi gleich gegen zwei Top-Mannschaften antreten möchte. Sollte Erfahrung bevorzugt werden, gibt es seit Montag eine vielversprechende Alternative.

Dieter Hecking wurde nach dem schwachen Saisonstart mit dem VfL Bochum in der 2. Bundesliga entlassen. Der Absteiger hat nur eines der ersten fünf Spiele gewonnen und belegt aktuell den Relegationsplatz 16 mit einem Torverhältnis von 5:9. Hecking hatte den Trainerposten erst im November 2024 übernommen.

Der 61-Jährige spielte von 1983 bis 1985 für die Fohlen-Elf und übernahm im Dezember 2016 den Cheftrainerposten von André Schubert. Damals überwinterte Gladbach mit 16 Punkten auf Rang 14. Hecking führte das Team auf Platz neun und hielt diese Platzierung im folgenden Jahr, bevor die Saison 2018/19 auf Rang fünf endete.

Trotz einer ursprünglich geplanten Vertragsverlängerung beendete Gladbachs damaliger Sportdirektor Max Eberl im Sommer 2019 die Zusammenarbeit mit Hecking, um Marco Rose eine neue Ära einzuleiten. Über sechs Jahre später könnte der erfahrene Trainer aus ähnlichen Gründen wie 2016 in den Borussia-Park zurückkehren.

Ein Comeback von Hecking würde an die Rückholaktion des FC Bayern im Oktober 2017 erinnern, als Jupp Heynckes die Nachfolge von Carlo Ancelotti und Willy Sagnol antrat. Der Triple-Coach von 2013 wusste, wie er mit den Stars umgehen und ihnen Vertrauen schenken konnte. Diese Art von Führung erhoffen sich möglicherweise auch die Verantwortlichen in Gladbach.

Allerdings geht es bei Borussia nicht nur darum, den Spielern auf die Schulter zu klopfen. Die Fohlen haben dringenden Nachholbedarf in der Defensive und im Offensivspiel. An vielen Stellen besteht Handlungsbedarf. Zudem bleibt ungewiss, ob Hecking eine Option mit Zukunftsperspektive darstellt.

Hecking hatte seine Trainerkarriere 2020 nach verpasstem Bundesliga-Aufstieg mit dem Hamburger SV für beendet erklärt. Im selben Jahr wurde er Sportvorstand des 1. FC Nürnberg, den er am Ende der Saison 2022/23 interimistisch für 14 Spiele betreute. In Bochum verbrachte er 31 Spiele auf der Trainerbank. Die Bilanz aus beiden Stationen: zwölf Siege in 45 Spielen.

Ein ähnliches Comeback sollte ebenfalls erwähnt werden: Heynckes übernahm zur Saison 2006/07 ein zweites Mal den Trainerposten in Gladbach. Nach 21 Pflichtspielen und einem Schnitt von 0,9 Punkten pro Spiel endete diese Amtszeit. Am Ende stiegen die Fohlen zum zweiten und bislang letzten Mal in die 2. Bundesliga ab.

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