Gewaltsame Vorfälle in Ecuador: Fußballtalent Miguel Nazareno getötet
Die Sicherheitslage in Teilen Ecuadors ist alarmierend. Erneut wurde ein Fußballspieler getötet. Der 17-jährige Miguel Nazareno war ein vielversprechendes Talent der Akademie von Independiente del Valle.
Guayaquil – Die Region um die ecuadorianische Hafenstadt Guayaquil gehört derzeit zu den gefährlichsten der Welt. In der Stadt herrscht ein heftiger Konflikt zwischen hoch bewaffneten Drogengangs und der Polizei, der zahlreiche Opfer fordert. Nun hat es den Teenager Miguel Nazareno getroffen, der im Ausbildungsklub Independiente Juniors des renommierten Vereins Independiente del Valle spielte.
Über die Feiertage reiste Nazareno aus der Metropolregion Quito, der Hauptstadt Ecuadors, in die größte Stadt des Landes, Guayaquil. Diese Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einem der Hauptdrogenumschlagplätze Südamerikas entwickelt. Anwohner berichteten laut El Universo, dass der 17-Jährige vor seinem Haus auf einer Bank mit Blick auf den Fluss saß, begleitet von einem Freund. Plötzlich tauchten vier bewaffnete Personen auf und eröffneten das Feuer.
Bei diesem Angriff wurde Nazareno mehrfach getroffen, eine Kugel traf ihn am Kopf. Sein Vater brachte ihn ins Krankenhaus, wo am 4. November kurz vor Mitternacht der Tod des jungen Fußballspielers festgestellt wurde. „Wir sprechen seiner Familie, seinen Freunden und Teamkollegen in dieser schweren Zeit unser tiefstes Beileid aus und bieten ihnen unsere volle Unterstützung an“, erklärte der Verein.
Die Akademie von Independiente del Valle, die von Investor Michel Deller unterstützt wird, zählt zu den besten in Südamerika. Viele Nationalspieler, darunter der ehemalige Frankfurter William Pacho, der Ex-Leverkusener Piero Hincapié und der zukünftige Dortmunder Justin Lerma, haben diese angesehene Fußballschule besucht. Der Weg, den seine Vorgänger eingeschlagen haben, steht Nazareno nun nicht mehr offen.
In Ecuador nehmen die Tötungsdelikte weiter zu, mit einem Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Fall von Nazareno ist nicht der erste Vorfall im ecuadorianischen Fußball. Im April wurde die Familie des Emelec-Spielers Jackson Rodríguez entführt. Allein im September wurden die Fußballspieler Leandro Yépez, Maicol Valencia und Jonathan González erschossen. Nazareno ist das jüngste Opfer. Zudem verlor Independiente im vergangenen Jahr Marco Ángulo und Roberto Cabezas bei Verkehrsunfällen.