Gianluigi Donnarumma: Von PSG-Titelheld zu unerwünschtem Spieler

Gianluigi Donnarumma: Von PSG-Titelheld zu unerwünschtem Spieler

Gianluigi Donnarumma führte Paris Saint-Germain (PSG) zum ersten Titel in der Champions League, doch nun ist er unerwünscht. Wie konnte es zu dieser drastischen Wende kommen?

Ende Mai hob Donnarumma den Champions-League-Pokal in den Münchner Nachthimmel. PSG verdankte seinen ersten Triumph in der Königsklasse nicht zuletzt den spektakulären Paraden seines Torhüters. Nur drei Monate später ist dieser Keeper bei PSG zur Persona non grata geworden.

Der 12. August wurde zum schwarzen Tag in Donnarummas Karriere. Als PSG den Kader für den UEFA Super Cup gegen Tottenham (Mittwoch, 21 Uhr, alle TV-Infos) bekannt gab, war ein prominenter Name nicht auf der Liste: Donnarumma. Stattdessen wurde Lucas Chevalier genannt, der erst kürzlich für 40 Millionen Euro von Lille verpflichtet wurde.

Cheftrainer Luis Enrique übernahm auf der Pressekonferenz die „100-prozentige Verantwortung“ für diese „schwierige Entscheidung“. Seine Begründung war respektvoll, aber vernichtend: Er benötige ein „anderes Profil“ von Torhüter, obwohl Donnarumma „einer der besten der Welt“ sei. Die Botschaft war klar: Du passt nicht in mein System.

Enriques Spielphilosophie setzt auf absoluten Ballbesitz und sieht den Torhüter als elften Feldspieler. In diesem System wird der Keeper zum Ausgangspunkt jeder Offensivaktion – eine Rolle, für die Donnarumma nicht geschaffen zu sein scheint. Er gilt eher als „Shot Stopper“, während ein „Sweeper Keeper“ aktiv am Spielaufbau beteiligt ist.

Mit Chevalier sieht Luis Enrique offenbar einen Torhüter, der besser in seine Spielphilosophie passt. Hinter dieser taktischen Entscheidung steckt jedoch auch ein finanzielles Kalkül. Donnarumma ist nicht nur der bestbezahlte Torhüter bei PSG, sondern gehört mit einem geschätzten Jahresgehalt von über zwölf Millionen Euro auch zu den bestverdienenden Spielern des gesamten Kaders.

Da die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung, die 2026 ausläuft, aufgrund unterschiedlicher finanzieller Vorstellungen ins Stocken geraten sind, steht Donnarumma nun vor seinem letzten Vertragsjahr in Paris. PSG hat traumatische Erinnerungen an den Fall Kylian Mbappé, der im Sommer 2024 ohne Transfererlös zu Real Madrid wechselte – ein finanzieller und imageschädigender Super-GAU.

Darüber hinaus verfolgt PSG weiterhin die Strategie, die Gehaltskosten schrittweise zu senken. Der Champions-League-Titel, der ohne die einst teuren Stars wie Mbappé, Neymar und Lionel Messi gewonnen wurde, bestätigt diesen Kurs. Dies erkannte kürzlich auch Karl-Heinz Rummenigge, der ehemalige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, lobend an.

Die öffentliche Demütigung beim Supercup ist ein klares Signal an Donnarumma, PSG noch vor Ende der laufenden Transferperiode zu verlassen. Donnarumma selbst äußerte in einem auf Social Media geteilten Beitrag: „Leider hat jemand entschieden, dass ich nicht mehr Teil der Mannschaft sein kann.“ Seine Worte, er sei „enttäuscht und am Boden zerstört“, zielen darauf ab, sich als Opfer zu positionieren.

Sein Berater Enzo Raiola verschärfte den Ton und warf PSG vor, „null Respekt“ zu zeigen und „nur ans Geld“ zu denken. Er drohte sogar mit rechtlichen Schritten und behauptete, Donnarumma sei bereit gewesen, auf einen Teil seines Gehalts zu verzichten. Der Transfermarkt für einen Spieler mit Donnarummas Profil ist extrem begrenzt. Die Kombination aus 40 bis 50 Millionen Euro Ablöse und einem Jahresgehalt von über 12 Millionen Euro schränkt den Interessentenkreis erheblich ein.

Manchester City gilt als Favorit für eine Verpflichtung. Die französische Sportzeitung L'Équipe berichtet sogar von einer grundsätzlichen Einigung über die Vertragsbedingungen. Der Deal hängt jedoch entscheidend vom Schicksal von Ederson ab, der mit einem Wechsel zu Galatasaray in Verbindung gebracht wird, und von der Frage, ob sich PSG und Manchester City finanziell einig werden können.

Für Donnarumma wäre ein Wechsel zu Manchester City mehr als nur ein Tapetenwechsel. Dort könnte er unter Pep Guardiola arbeiten, einem Trainer, der das Spiel mit dem Fuß revolutioniert hat. Paradoxerweise könnte Donnarumma gerade bei einem solchen Trainer eine neue Chance erhalten.

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