Gladbachs Heimbilanz unter Gerardo Seoane bleibt hinter den Erwartungen zurück
Mönchengladbach – In der Amtszeit von Gerardo Seoane gibt es einen auffälligen Makel. Der Präsident von Borussia Mönchengladbach, Rainer Bonhof, wartet bis heute darauf, dass ein wichtiges Ziel erreicht wird.
Die Spielansetzungen der Deutschen Fußball Liga (DFL) sorgen im Fan-Umfeld von Borussia Mönchengladbach für Kritik. In einem Punkt zeigt sich die Liga jedoch kulant: Vier der ersten sechs Bundesligaspiele finden im Borussia-Park statt. Doch ist das wirklich von Vorteil?
Für viele Fans ist dies sicherlich vorteilhaft, da sie aus der näheren Umgebung kommen und einen kürzeren Anfahrtsweg zum Stadion haben. Auch die Mannschaft fühlt sich im Borussia-Park wohler. Das Stadiongelände an der Hennes-Weisweiler-Allee ist für sie ein zweites Zuhause, und die Profis kennen jeden Winkel.
Auf dem Rasen hat die Fohlen-Elf in der vergangenen Saison jedoch ein großes Ziel verfehlt. Während der Sommervorbereitung 2024 erklärte Vereinspräsident Rainer Bonhof, dass Borussia in Heimspielen wieder eine Macht werden müsse. „Die Gegner in der Bundesliga müssen das Gefühl bekommen, dass es richtig wehtut und keinen Spaß macht, im Borussia-Park anzutreten“, sagte Bonhof damals.
In der Saison 2023/24 konnte Gladbach nur fünf Heimspiele gewinnen. Die Bilanz umfasste zudem sechs Unentschieden, sechs Niederlagen und ein Torverhältnis von 27:26. Im darauffolgenden Jahr verbesserte sich die Bilanz auf sieben Siege, drei Remis und sieben Niederlagen (29:26 Tore), bleibt jedoch ausbaufähig.
Von einer „Festung Borussia-Park“ kann nicht die Rede sein. Die Trendwende im vergangenen Jahr war vielmehr der Auswärtsbilanz zu verdanken. In der Saison 2023/24 verbuchte die Fohlen-Elf lediglich zwei Siege, sieben Remis und acht Niederlagen (29:41 Tore). In der Saison 2024/25 kamen sechs Siege, drei Unentschieden und acht Niederlagen (26:31 Tore) hinzu.
Seit dem Aufstieg im Jahr 2008 stellte die fünf Heimsiege aus der ersten Seoane-Saison die schwächste Ausbeute dar. Dieser Tiefstwert wurde auch in den Jahren 2008/09 und 2010/11 erreicht. In der vergangenen Saison erreichte Seoane mit sieben Siegen den zweitschwächsten Wert, ähnlich wie André Schubert und Dieter Hecking in der Saison 2016/17.
Immerhin beendete Gladbach Seoanes Debütsaison in der Heimtabelle auf Platz 16, während in der vergangenen Saison der Sprung auf Platz acht gelang. Dennoch haben die Fohlen seit ihrer Rückkehr in die Bundesliga in 12 von 15 Fällen mehr Heimsiege gefeiert als unter dem Schweizer Trainer und gewannen fünfmal mindestens zehn Partien im Borussia-Park.
Zuletzt gelang dies in der Saison 2022/23 unter dem viel kritisierten Ex-Trainer Daniel Farke, der zehn Heimspiele gewinnen konnte. Die Tatsache, dass seitdem nur 12 Heimsiege in 34 Spielen erzielt wurden, spricht Bände – denn allein in der Saison 2015/16 gewann der VfL 13 Spiele im eigenen Stadion.