Greuther Fürth sichert Klassenerhalt, aber Fans zeigen Unzufriedenheit

Greuther Fürth sichert Klassenerhalt, aber Fans zeigen Unzufriedenheit

Greuther Fürth hat in der Relegation die Klasse gehalten, doch die Freude der Fans wurde von Unzufriedenheit überschattet. In der Führungsetage des Vereins stehen bereits Veränderungen an.

München – In dem Moment, als Greuther Fürth dem Abstieg knapp entgangen war und eigentlich in Glückseligkeit eintauchen sollte, sorgte ein Banner im Fanblock für Aufsehen. Darauf stand in Schwarz auf Weiß: „Auf dem Platz und in den Gremien: Versager raus – Neuanfang jetzt“. Dieses Banner richtete sich in diesem bedeutsamen Moment direkt an die Vereinsführung der „Kleeblätter“.

Trainer Heiko Vogel war nach dem 2:0-Sieg gegen Rot-Weiss Essen und dem gesicherten Klassenerhalt nahezu sprachlos am Mikrofon von Sat.1. Auf die Aussage des Plakats angesprochen, gab er nur eine knappe Antwort: „Ich kann den Frust der Fans nachvollziehen.“ Weitere Details wollte er nicht kommentieren.

Im Fanblock der Kleeblätter brodelt es gewaltig. Die Erleichterung über den Klassenerhalt ebbte bereits Sekunden nach dem Abpfiff ab. Ein gebührender Abschied für die beiden Spieler, die mit ihren Toren den Verbleib in der Liga sicherten, blieb aus.

Branimir Hrgota und Noel Futkeu hatten mit ihren Treffern dafür gesorgt, dass die Anhänger der Grün-Weißen auch in der nächsten Saison Zweitliga-Fußball erleben dürfen. Futkeu musste sogar die Fans gestenreich animieren, um wenigstens etwas Stimmung im Stadion aufkommen zu lassen.

Als hätte das Banner Wirkung gezeigt, handelte die Spielvereinigung am Tag nach dem Relegationsrückspiel. Nur wenige Stunden nach der sportlichen Entscheidung auf dem Rasen präsentierten die Franken einen neuen Geschäftsführer Sport: Daniel Meyer, der zuvor Sportdirektor beim Halleschen FC war, übernimmt die Verantwortung.

Auf ihn wartet viel Arbeit. Die beiden Torschützen des Rückspiels werden den Verein verlassen. Eintracht Frankfurt hat bei Futkeu die Rückkaufoption gezogen, während Kapitän Hrgota nach sieben Jahren bei Greuther Fürth eine neue Herausforderung sucht. Für Vogel ist dies ein herber Verlust: „Neben der Erleichterung über die gesicherte Relegation ist da auch Wehmut.“

Vogel sollte jedoch eine Konstante am Ronhof bleiben – nach den unglücklichen und teuren Trainerexperimenten mit Leonhard Haas, Jan Siewert und Thomas Kleine. Laut BR sollen allein 1,9 Millionen Euro für Abfindungen gezahlt worden sein, während die Gesamtbilanz ein Minus von 4,7 Millionen Euro aufweist.

Diese Zahlen bringen die Fans in Rage. Immer wieder wurde während der Partie gegen Essen das Aus von Geschäftsführer Holger Schwiewagner gefordert. Doch dessen Vertrag läuft noch bis 2030, und eine Trennung dürfte die nächste kostspielige Angelegenheit werden.

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