Halbfinals der Fußball-WM: Spannung pur
Die Halbfinalpartien der Fußball-Weltmeisterschaft stehen fest und versprechen große Spannung, die in den bisherigen Spielen nur teilweise gegeben war. Ein Kommentar.
New York – Liebe Leserinnen und Leser, bevor Sie sich aufregen: Diese Kommentarzeile war natürlich etwas reißerisch gewählt. Offensichtlich gab es bei dieser Fußball-WM bereits viel Spannung. Beispielsweise waren die Spiele Argentinien gegen Kap Verde im Sechzehntelfinale und Argentinien gegen Ägypten im Achtelfinale äußerst packend, da der Favorit in beiden Fällen Schwierigkeiten hatte und aus unerfindlichen Gründen (unter anderem dank großer Hilfe des Schiedsrichters, aber das ist ein anderes Thema) spät zurückschlug.
In beiden Partien sowie in fast allen anderen Spielen dieser WM setzte sich am Ende jedoch der Favorit durch. Ein Blick auf die Buchmacher zeigt: Bis auf das Spiel Deutschland gegen Paraguay sowie die ausgeglichenen Duelle zwischen Marokko und den Niederlanden sowie Brasilien und Norwegen gewann bisher in jedem K.-o.-Spiel die höher eingestufte Mannschaft.
Nun stehen im Halbfinale Frankreich, Spanien, England und Argentinien – vier Teams, die zufälligerweise auch die ersten vier Plätze der FIFA-Weltrangliste belegen. Daher dürfen wir uns als Zuschauer endlich auf wirklich offene Partien freuen, deren Ausgang kaum vorherzusagen ist.
In beiden Halbfinals gibt es schließlich keinen klaren Favoriten: Frankreich mit seinen Superstars trifft auf das dominante Spanien, das bisher nur ein Gegentor hinnehmen musste. England wiederum hat zwei beeindruckende Leistungen gezeigt und Spiele gewonnen, die man für einen Titel gewinnen muss, wie es im Fußball so schön heißt. Und Argentinien? Mit Lionel Messi im Team reicht das eigentlich schon.
Entsprechend groß ist die Vorfreude der Fußballwelt auf die vier verbleibenden Partien dieser WM. Angesichts der 100 vorherigen Spiele, die größtenteils erwartbar verliefen, ist das jedoch auch bitter nötig. In Anbetracht der aktuellen Diskussionen über die Erweiterung zukünftiger Weltmeisterschaften mit noch mehr Teilnehmern sollte dies berücksichtigt werden.