Hamburger SV verurteilt Fanverhalten nach Derby-Niederlage
Nach den Vorfällen rund um das Nordderby gegen den SV Werder Bremen hat der Hamburger SV das Fehlverhalten seiner Fans scharf verurteilt.
Während in Bremen der 3:1-Sieg des SV Werder gefeiert wird, herrscht in Hamburg große Enttäuschung über die sportliche Leistung des Hamburger SV. Vor und nach dem Spiel sorgten einige Fans für besorgniserregende Szenen. Der Club hat sich nun für das Verhalten seiner Anhänger entschuldigt und dieses aufs Schärfste verurteilt.
„Wir müssen hier keine Wortklauberei betreiben. Es wurden Grenzen überschritten. Das ist ein absolutes No-Go“, äußerte sich HSV-Vorstand Eric Huwer. Auch Cornelius Göbel, Direktor für Fans, Kultur und Nachhaltigkeit, fand deutliche Worte auf der Vereinswebsite. „Der Hamburger SV verurteilt die Vorfälle in aller Klarheit. Was wir in Bremen gesehen haben – insbesondere das gezielte Abschießen von Pyrotechnik in Richtung anderer Zuschauerbereiche – stellt eine deutliche Eskalation dar. Pyrotechnik wurde hier nicht mehr als atmosphärisches Element eingesetzt, sondern als Mittel der Konfrontation“, erklärte er weiter. „Wenn Pyrotechnik gezielt gegen Menschen eingesetzt wird, sprechen wir nicht mehr von Fankultur, sondern von einer konkreten Gefährdung. Das ist eine klare Grenzüberschreitung.“
Darüber hinaus waren die Anhänger des Hamburger SV auch an anderen Stellen negativ aufgefallen. Ein Toilettenbereich im Weserstadion wurde nicht nur zerstört, sondern auch in Brand gesetzt. „Nach allem, was wir wissen, waren daran nicht die organisierten Strukturen der aktiven Fanszene beteiligt“, so Göbel. „Unabhängig davon müssen wir jedoch klarstellen: Die Zerstörung von Sanitäranlagen im Gästebereich ist nichts anderes als Vandalismus. Dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung. Solche Handlungen haben mit Fankultur nichts zu tun und schaden letztlich allen Beteiligten.“
Der SV Werder Bremen hat angekündigt, sich am Montag zu den Vorfällen rund um den Derby-Spieltag zu äußern. Der Verein steht in engem Austausch mit den relevanten Behörden sowie dem Hamburger SV. Eric Huwer versprach: „Wir werden den Bremer Kollegen helfen, die Verursacher zu identifizieren und die Behörden bei der Aufklärung unterstützen. Wir werden auch die notwendigen Konsequenzen ziehen.“ Cornelius Göbel betonte jedoch, dass er von einer Kollektivstrafe absehen möchte. „Es ist nachvollziehbar, dass nach solchen Bildern Konsequenzen gefordert werden. Die Vorfälle sind so gravierend, dass sie eine klare Antwort erfordern. Wir wissen jedoch aus Erfahrung, dass pauschale Maßnahmen gegen ganze Gruppen oft nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Deshalb halten wir es für entscheidend, Verantwortung dort zu adressieren, wo sie tatsächlich liegt. Das bedeutet, die konkret Beteiligten zu identifizieren und individuelles Fehlverhalten klar zu sanktionieren und strafrechtlich zu verfolgen.“