Henrik Köncke wird neuer Präsident des HSV und plant Genossenschaftsmodell
Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Hamburger Sport-Vereins (HSV) wurde Henrik Köncke zum neuen Präsidenten gewählt. Sein Ziel ist es, dem Verein durch ein innovatives Genossenschaftsmodell rund 100 Millionen Euro zu generieren.
Das Konzept erhielt während der Versammlung im Volksparkstadion Zustimmung. Der HSV plant, in den kommenden drei Jahren bis zu 100 Millionen Euro durch den Verkauf von Anteilen an den Verein zu erwirtschaften. Geplant ist die Ausgabe von 623.599 Aktien der HSV KGaA pro Saison.
Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, verläuft die Umsetzung des Projekts jedoch zögerlich. Die Verantwortlichen haben erkannt, dass es sich um ein umfangreiches Vorhaben handelt, das die Genehmigung der Behörden erfordert. Diese Genehmigungen können nicht kurzfristig erlangt werden, weshalb es als äußerst unwahrscheinlich gilt, dass der Verkauf der Anteile noch in diesem Jahr beginnt.
„Der aktuelle Stand ist so, dass wir in einer Arbeitsgruppe die Zustimmung der Mitglieder konkret in eine Form bringen werden. Wir arbeiten an der Etablierung einer Genossenschaft, um den Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, sich finanziell am Vermögen der KGaA zu beteiligen“, erklärte Vizepräsident Michael Papenfuß kürzlich im HSV-Vereinspodcast.
Ein wichtiger Aspekt ist die Definition eines klaren Genossenschaftszwecks, um den Eindruck einer Scheingenossenschaft zu vermeiden. Details zu diesem Zweck sind derzeit noch nicht bekannt. „Wir haben alle relevanten Personen zusammengebracht und bereits einen ersten Entwurf der Satzung vorliegen. Diesen müssen wir weiter ausarbeiten und viele Gespräche führen, unter anderem mit dem Genossenschaftsverband“, berichtete Henrik Köncke, der im Juni zum Präsidenten gewählt wurde. Der HSV arbeitet derzeit mit externen Experten, darunter Steuerrechtler und Juristen, an der Fertigstellung des Modells.
Es ist geplant, dass der Verein seinen Mitgliedern noch im laufenden Kalenderjahr ein Update zu den Entwicklungen gibt. Konkrete Informationen könnten im ersten Quartal 2026 bereitgestellt werden, in dem auch die nächste Mitgliederversammlung stattfinden könnte. Ein Antrag des HSV-Präsidiums zur Anpassung des Geschäftsjahres an das Kalenderjahr fand bei der letzten Mitgliederversammlung nicht die erforderliche Mehrheit.
Foto: IMAGO (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit nurdieraute)