Ilkay Gündogan sagt Teilnahme an Toleranz-Preisverleihung ab

Ilkay Gündogan sagt Teilnahme an Toleranz-Preisverleihung ab

Ilkay Gündogan hat seine Teilnahme an der Verleihung der Mevlüde-Genç-Medaille abgesagt. Der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft steht kurz vor einem Wechsel in die Türkei.

Düsseldorf – Ein medizinischer Check hat die besondere Ehrung verhindert: Gündogan sollte am Dienstag von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in Düsseldorf ausgezeichnet werden. Der 34-Jährige muss jedoch andere Prioritäten setzen.

Die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen bestätigte die Absage des gebürtigen Gelsenkircheners. Als Grund wurde ein „möglicher zeitnaher Vereinswechsel“ und der damit verbundene medizinische Check angegeben. Daher kann Gündogan nicht persönlich nach Düsseldorf reisen. Der Wechsel zu Galatasaray Istanbul nimmt konkrete Formen an.

Laut Transfer-Insider Fabrizio Romano hat Manchester City dem deutschen Mittelfeldspieler bereits die Erlaubnis erteilt, nach Istanbul zu fliegen. Berichten zufolge haben der türkische Meister und die Skyblues sich auf einen ablösefreien Transfer geeinigt. Gündogan soll einen Zweijahresvertrag bis 2027 unterzeichnen, mit einem geschätzten Jahresgehalt von fünf Millionen Euro.

Besonders brisant: Das Transferfenster in der Türkei ist noch bis zum 12. September geöffnet, während es in England bereits geschlossen ist. Für die Champions League müssen die Kader jedoch bis Dienstag um Mitternacht registriert sein. Bei Manchester City spielt der Routinier zurzeit keine Rolle mehr; in den ersten drei Spieltagen der Premier League kam Gündogan nicht zum Einsatz.

Die Mevlüde-Genç-Medaille wird seit 2018 an Persönlichkeiten verliehen, die sich für Verständigung und Toleranz einsetzen. Sie wird jährlich rund um den Jahrestag des Brandanschlags von Solingen am 29. Mai verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung erinnert an Mevlüde Genç, die sich nach dem rassistischen Anschlag von 1993 für Versöhnung einsetzte.

In einer früheren Stellungnahme hatte Gündogan erklärt, es sei „eine riesige Ehre“. Er wisse, dass er ein privilegiertes Leben führe, habe jedoch „immer versucht, auch außerhalb des Platzes ein Vorbild zu sein“. Der Mittelfeldspieler unterstützt zahlreiche Hilfsaktionen und Stiftungen.

In Istanbul würde Gündogan auf seinen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Leroy Sané treffen, der im Sommer ablösefrei vom FC Bayern an den Bosporus gewechselt ist. Galatasaray ist am 18. September der erste Gegner von Eintracht Frankfurt in der Champions League. Am 28. Januar 2026 tritt der türkische Spitzenreiter zum Abschluss der Ligaphase auch bei Manchester City an.

Für Gündogan wäre es bereits der zweite Abschied von Manchester City. Nach seinem ersten Wechsel 2023 zum FC Barcelona kehrte er erst im vergangenen Sommer zu Pep Guardiola zurück. Bei City gewann Gündogan fünf Premier League-Titel, zwei FA Cups, vier EFL Cups und die Champions League. Nach der EM 2024 trat er aus der Nationalmannschaft zurück.

Wann die Verleihung der Mevlüde-Genç-Medaille nachgeholt wird, ist laut Staatskanzlei noch nicht bekannt. Gündogans Fokus liegt nun auf seinem möglichen Neuanfang in der Türkei – einem Land, zu dem er familiäre Wurzeln hat.

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