Ilkay Gündogan sagt Teilnahme an Toleranz-Preisverleihung ab

Ilkay Gündogan sagt Teilnahme an Toleranz-Preisverleihung ab

Ilkay Gündogan wird nicht an der Verleihung des Toleranzpreises teilnehmen. Der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft bereitet derzeit seinen Wechsel in die Türkei vor.

Düsseldorf – Ein medizinischer Check hat die Teilnahme von Gündogan an der Verleihung der Mevlüde-Genç-Medaille verhindert. Der frühere Mittelfeldstar von Borussia Dortmund sollte am Dienstag von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in Düsseldorf ausgezeichnet werden, hat jedoch kurzfristig absagen müssen, um sich auf andere Prioritäten zu konzentrieren.

Die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen bestätigte die Absage des gebürtigen Gelsenkircheners. Als Grund wurde ein „möglicher zeitnaher Vereinswechsel“ und der damit verbundene medizinische Check angegeben, weshalb Gündogan nicht persönlich nach Düsseldorf reisen kann. Sein Wechsel zu Galatasaray Istanbul nimmt konkrete Formen an.

Wie der Transfer-Insider Fabrizio Romano berichtet, hat Manchester City dem deutschen Mittelfeldspieler bereits die Erlaubnis erteilt, nach Istanbul zu fliegen. Berichten zufolge haben der türkische Meister und die Skyblues sich auf einen ablösefreien Transfer geeinigt. Gündogan soll einen Zweijahresvertrag bis 2027 unterschreiben, mit einem geschätzten Jahresgehalt von fünf Millionen Euro.

Besonders brisant ist, dass das Transferfenster in der Türkei noch bis zum 12. September geöffnet ist, während es in England bereits geschlossen wurde. Für die Champions League müssen die Kader jedoch bis Dienstag um Mitternacht registriert sein. Bei Manchester City spielt der Routinier aktuell keine Rolle mehr, und in den ersten drei Spieltagen der Premier League kam Gündogan nicht zum Einsatz.

Die Mevlüde-Genç-Medaille wird seit 2018 an Persönlichkeiten verliehen, die sich für Verständigung und Toleranz einsetzen. Sie wird jährlich rund um den Jahrestag des Brandanschlags von Solingen am 29. Mai verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung erinnert an Mevlüde Genç, die sich nach dem rassistischen Anschlag von 1993 für Versöhnung einsetzte.

Gündogan hatte in einer früheren Stellungnahme betont, dass es „eine riesige Ehre“ sei. Er sei sich bewusst, dass er ein privilegiertes Leben führe, habe jedoch stets versucht, auch außerhalb des Platzes ein Vorbild zu sein. Der Mittelfeldspieler unterstützt zahlreiche Hilfsaktionen und Stiftungen.

In Istanbul würde Gündogan auf seinen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Leroy Sané treffen, der im Sommer ablösefrei vom FC Bayern an den Bosporus gewechselt ist. Galatasaray wird am 18. September der erste Gegner von Eintracht Frankfurt in der Champions League sein. Am 28. Januar 2026 spielt der türkische Spitzenreiter zum Abschluss der Ligaphase auch gegen Manchester City.

Für Gündogan wäre dies bereits der zweite Abschied von Manchester City. Nach seinem ersten Wechsel 2023 zum FC Barcelona kehrte er erst im vergangenen Sommer zu Pep Guardiola zurück. Bei City gewann Gündogan fünf Premier League-Titel, zwei FA Cups, vier EFL Cups und die Champions League. Nach der EM 2024 trat er aus der Nationalmannschaft zurück.

Wann die Verleihung der Mevlüde-Genç-Medaille nachgeholt wird, steht laut Staatskanzlei noch nicht fest. Gündogans Fokus liegt nun auf seinem möglichen Neuanfang in der Türkei, einem Land, zu dem er familiäre Wurzeln hat. Unterdessen verpflichtet ein Top-Klub einen ehemaligen BVB-Star und entlässt einen früheren Bayern-Profi.

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