Interview mit Zlatko Junuzovic über die Zukunft von Romano Schmid und Werder Bremen
Zlatko Junuzovic spricht im Interview mit DeichStube über die Zukunft von Romano Schmid, das Torwartduell bei Werder Bremen und die Entwicklung von Marco Friedl.
Zell am Ziller – Thomas Schaaf und Zlatko Junuzovic reisten zusammen ins Zillertal, wo Junuzovic als Ehrengast an der Lesereise von DeichStube-Chefreporter Daniel Cottäus teilnahm. Trotz seiner frühen Rückreise nach Salzburg am nächsten Tag, wollte der 38-Jährige die Gelegenheit nutzen, um über die besondere Verbindung zwischen Werder Bremen und Österreich zu sprechen. Junuzovic äußerte sich auch zu dem Wechsel von Alexander Schlager an die Weser, den er als sinnvoll für alle Beteiligten erachtet. Zudem gab er Einblicke in die Zukunft von Romano Schmid und die Entwicklung von Marco Friedl zu einem Führungsspieler. Junuzovic sprach auch über seine eigenen beruflichen Pläne nach seiner Zeit als Co-Trainer bei RB Salzburg.
„Herr Junuzovic, als Werder-Spieler haben Sie insgesamt sechs Trainingslager im Zillertal erlebt. Was bedeutet es Ihnen, hier wieder zu sein?“
„Es ist immer schön, hierherzukommen. Schon auf der Anfahrt sieht man überall die Werder-Fahnen – das ist etwas Besonderes. Die Berge waren am Anfang erdrückend, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. In Salzburg haben wir zwar auch Berge, aber dort ist es teilweise flacher. Ich verbinde mit dem Zillertal viele schöne Erinnerungen, insbesondere die Zeit mit Theo Gebre Selassie, die der Beginn einer großartigen Freundschaft war. Wir hatten hier oft eine schöne Zeit und viele erfolgreiche Vorbereitungen.“
„Aktuell spielen vier Österreicher bei Werder. Warum passt das Ihrer Meinung nach so gut zusammen?“
„Das kann ich nicht genau erklären. Manche Dinge passen einfach zusammen. Als ich nach Bremen kam, waren Sebastian Prödl und Marko Arnautovic bereits dort, was mir half, mich sofort wohlzufühlen. Wir hatten nicht immer einfache Zeiten, besonders am Anfang mit dem Abstiegskampf, aber wir haben uns immer wieder herausgekämpft. Gerade schwierige Zeiten schweißen zusammen. Diese gemeinsamen Erlebnisse haben meine positive Erinnerung an Werder geprägt.“
„Mit Alexander Schlager hat Werder einen Torwart verpflichtet, den Sie aus Salzburg gut kennen. Glauben Sie, dass er sich im Konkurrenzkampf mit Karl Hein durchsetzen kann?“
„Ja, auf jeden Fall. Ich war Co-Trainer, als Alex bei uns spielte, und ich habe oft gegen ihn gespielt. Er ist ein sehr guter Torhüter – besonders auf der Linie und im Stellungsspiel. Zudem ist er stark im Spielaufbau und spielt mutig vertikale Pässe. Das gehört heute zu einem modernen Torwart dazu. Der Konkurrenzkampf wird beiden guttun und sie werden sich gegenseitig verbessern. Für Alex ist es eine großartige Chance, die Bundesliga und einen Verein wie Werder hautnah zu erleben.“
„Wie hat sich Marco Friedl seit Ihrer gemeinsamen Zeit in Bremen entwickelt?“
„Als Marco 2018 zu uns kam, war er als Innenverteidiger noch schmächtig, aber sein Ehrgeiz war sofort spürbar. Er hat sich hervorragend entwickelt und ist heute ein echter Führungsspieler. Das merkt man sowohl auf dem Platz als auch in seinen Interviews. Er geht voran und weiß, worauf es ankommt.“
„Romano Schmid trägt jetzt die Rückennummer 10. Was zeichnet ihn aus?“
„Romano ist offensiver als ich es damals war. Er ist technisch sehr versiert und fordert immer den Ball. Ich war überrascht, wie gut er sich in der Bundesliga geschlagen hat. Er hat eine hervorragende Technik, starke Übersicht und einen guten Schuss. Er könnte noch häufiger selbst abschließen, aber er bereitet viele Chancen vor, was seinen hohen Stellenwert für die Mannschaft unterstreicht.“
„Würden Sie ihm empfehlen, noch ein Jahr bei Werder zu bleiben?“
„Das hängt von vielen Faktoren ab. Es ist wichtig, über Angebote nachzudenken, aber auch die Identifikation mit dem Verein ist entscheidend. Wenn alles passt, sollte er bleiben.“
„Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus, nachdem Sie bis zum Sommer Co-Trainer bei RB Salzburg waren?“
„Ich nehme mir bewusst eine kleine Auszeit. Während der Weltmeisterschaft war ich als Experte für ServusTV im Einsatz, was mir viel Spaß gemacht hat. Ich kann mir vorstellen, in diese Richtung mehr zu machen. In Bezug auf das Trainerdasein gab es Gespräche, aber ich lasse mir Zeit. Parallel möchte ich meine Trainerausbildung fortsetzen und die A-Lizenz machen. Alles Weitere wird sich dann Schritt für Schritt entwickeln.“