Jobe Bellingham: Hohe Erwartungen und Herausforderungen beim BVB
Ein teurer Neuzugang sieht sich hohen Erwartungen beim BVB gegenüber. Unruhe im Verein erschwert seine Entwicklung, wie Mario Basler in einem Interview erklärt.
Dortmund – Kritiker könnten sagen, das erste Halbjahr von Jobe Bellingham bei Borussia Dortmund habe ein vorzeitiges Ende gefunden. Nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Freiburg am Sonntag wurde der BVB-Neuzugang für zwei Spiele gesperrt. Damit verpasst er den Jahresabschluss am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach sowie den Auftakt 2026 bei Eintracht Frankfurt.
Bellingham wechselte im Sommer nach Dortmund, nachdem es einige Verhandlungen gegeben hatte. Die Ablösesumme von 30,5 Millionen Euro, sein Nachname sowie die Fußstapfen seines älteren Bruders Jude Bellingham haben ihm einen großen Druck auferlegt. Bislang hat Jobe Bellingham die Erwartungen noch nicht vollständig erfüllt, doch Mario Basler bleibt optimistisch.
„Das ist ein toller Spieler, das muss man sagen“, lobt Basler im exklusiven Interview mit Absolut Fussball, der Fußballplattform von Home of Sports. „Bellingham hat sicherlich großes Talent. Er kann sich bei Borussia Dortmund durchsetzen. Das steht für mich außer Frage“, erklärt der Ex-Profi. In 27 Pflichtspielen (ein Tor) für den BVB konnte Bellingham sein Talent jedoch meist nur andeuten.
Trainer Niko Kovač setzt den Mittelfeldspieler behutsam ein und wechselt ihn zwischen Startelf und Ersatzbank. Bisher durfte der Kapitän der englischen U21-Auswahl nur sechsmal durchspielen. Zu Beginn der Saison gab es offenbar Spannungen zwischen dem BVB und Spielervater Mark Bellingham, der mittlerweile vor allem als Kreisliga-Torjäger von sich reden macht.
„Es ist wichtig zu erkennen, dass im Moment viel Unruhe in Dortmund herrscht. Als Spieler muss man damit umgehen können“, betont Basler. Dass Bellingham als jüngster Profi, der regelmäßige Einsätze erhält, nicht die Kontrolle übernimmt, ist offensichtlich. Dennoch bleibt der Gesamteindruck etwas ernüchternd.
Die Rote Karte in Freiburg, die das Spiel des bis dahin dominierenden BVB abrupt veränderte, verstärkt diesen Eindruck. Basler nimmt Bellingham jedoch in Schutz: „Das war ein Fehler von Kobel. Er weiß, dass er nicht der beste Fußballer als Torhüter ist. Er hätte den Ball einfach wegspielen müssen“, so der Ex-Nationalspieler.
Stattdessen setzte Kobel seinen Mitspieler mit einem Pass auf den falschen Fuß unter Druck, was dazu führte, dass Bellingham eine Notbremse gegen Philipp Treu beging – möglicherweise ohne ihn im Deckungsschatten wahrzunehmen. „Die Rote Karte ist berechtigt. Er ist auch direkt, ohne zu meckern, vom Platz gegangen“, erklärt Basler. Somit steht Bellingham dem BVB erst am 13. Januar im Heimspiel gegen Werder Bremen wieder zur Verfügung.