Julian Nagelsmann: DFB-Team strebt Wiedergutmachung nach Niederlage an

Julian Nagelsmann: DFB-Team strebt Wiedergutmachung nach Niederlage an

Julian Nagelsmann ist mit dem DFB-Team nach der 0:2-Niederlage gegen die Slowakei um Wiedergutmachung bemüht. Vor dem bevorstehenden Spiel gegen Nordirland zeigt er sich kämpferisch.

Köln – Vor dem zweiten WM-Qualifikationsspiel, das am Sonntag um 20:45 Uhr stattfindet, wurde Bundestrainer Julian Nagelsmann von einem nordirischen Reporter gefragt, ob er Angst habe, bei einer weiteren Niederlage seinen Job zu verlieren. Nagelsmann zögerte keine Sekunde und entgegnete: „Ich glaube, Angst zu haben ist nie gut. Ich bin mutig genug und will immer noch jedes Spiel gewinnen.“

Diese Worte sollen Stärke vermitteln. Doch nach dem 0:2-Debakel in Bratislava steht Nagelsmann unter Druck. Nach der Niederlage hatte er bereits deutliche Kritik geübt: Seinem Team habe es an Emotionalität gefehlt. Doch der 38-Jährige blieb nicht nur bei der Kritik stehen.

„Wir haben einige Gespräche geführt, sowohl mit einzelnen Spielern als auch mit der gesamten Mannschaft. Die Spieler haben untereinander gesprochen und einige Dinge geklärt“, verriet Nagelsmann am Samstag auf der Pressekonferenz. Die Aufarbeitung der Situation läuft auf Hochtouren.

Besonders aufschlussreich waren Nagelsmanns Ausführungen zur Einstellung der Spieler. „Es ist etwas sehr Haltloses, was schwierig ist. Es gibt dazu keine Daten, es ist etwas Subjektives“, gestand er. Diese ehrliche Einschätzung zeigt, wie ernst er die Situation nimmt.

„Die Möglichkeiten eines Menschen, jemand anderen zu motivieren, sind begrenzt“, führte Nagelsmann weiter aus. „Es geht darum, die Energie in sich selbst zu finden und den Mitspieler zu motivieren.“ Er sieht die Lösung in einer stärkeren Führung durch seine Spieler.

„Wir haben mit Führungsspielern gesprochen, die aufgrund ihrer Rolle und ihrer Persönlichkeit führen können. Ich habe sie in ihrem Führungsanspruch bestärkt.“ Gegen Nordirland soll sich die Leistung verbessern. „Wir brauchen Spieler, die zur Situation passen“, so die Ankündigung des Bundestrainers. Seine Botschaft ist klar: Wer nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, wird nicht spielen.

Trotz der Kritik in den Medien bleibt Nagelsmann gelassen. „Ich lese nicht alles, was geschrieben wird. Ich behaupte, dass ich so intelligent bin, dass ich weiß, was in der Medienwelt passiert“, erklärte er. An die Kritiker gerichtet, sagte er: „Wir haben schlecht gespielt. Deshalb muss man sich die Kritik gefallen lassen, aber ich werde nicht alles ändern. Sonst würde ich nicht der Trainer sein, sondern der Trainer des Journalistenteams.“

Gegen Nordirland steht Nagelsmann nun vor einer Bewährungsprobe. „Wir werden auch morgen unser Bestes geben. Die Mannschaft ist wichtig, nicht ich“, betonte er. „Ich denke, wir werden ein besseres Spiel abliefern als beim letzten Mal.“ Ob dies ausreicht, um den Druck zu mindern, wird sich im Spiel gegen Nordirland zeigen.

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