Julian Nagelsmanns Herausforderungen bei der DFB-Kader-Nominierung

Julian Nagelsmanns Herausforderungen bei der DFB-Kader-Nominierung

Julian Nagelsmann steht vor der Herausforderung, die richtigen Spieler für den DFB-Kader auszuwählen, während er sich gleichzeitig mit den Erwartungen der Bundesliga-Klubs auseinandersetzen muss. Doch sein größtes Problem liegt woanders.

In Frankfurt äußerten einige Bundesliga-Vereine Überraschung über die Kaderwahl des Bundestrainers. So hätte der VfB Stuttgart gerne den Mittelfeldspieler Angelo Stiller im Aufgebot gesehen, während Borussia Dortmund der Meinung ist, dass Stürmer Maximilian Beier eine Nominierung verdient hätte.

Die Diskussion dreht sich im Kern darum, ob ein vergleichbar guter Bundesligaspieler einen anderen im Kader ersetzen sollte. Doch Nagelsmanns eigentliches Problem sind die Legionäre. Es gibt nur sehr wenige von ihnen, und wenn, dann spielen sie meist nicht auf höchstem Niveau.

In der Premier League sind Stürmer Nick Woltemade und Verteidiger Malick Thiaw für Newcastle United aktiv, das derzeit auf dem 14. Tabellenplatz steht. Florian Wirtz, der beim FC Liverpool spielt, sieht sich bereits harscher Kritik ausgesetzt, da er bislang kaum zur Geltung kam. Liverpool belegt momentan den 8. Platz und wird voraussichtlich nicht um den Titel mitspielen.

Ein weiterer Legionär ist Stürmer Kevin Schade, der mit dem FC Brentford auf dem 12. Platz der Premier League rangiert. Der einzige andere Legionär im Kader ist Leroy Sané von Galatasaray Istanbul, der sich bei seinem neuen Verein noch nicht etablieren konnte und von Bundestrainer Nagelsmann eine deutliche Warnung erhalten hat.

Damit sind die Legionäre im DFB-Kader fast vollständig aufgezählt. Wo sind die deutschen Top-Spieler aus den führenden Ligen und Vereinen Europas? Ihre Abwesenheit ist auffällig. Toni Rüdiger von Real Madrid ist zwar verletzt, gilt dort jedoch als gefährdet. Auch Marc-André ter Stegen, die etatmäßige Nummer eins im deutschen Tor, hat mit Verletzungen zu kämpfen und ist beim FC Barcelona nur noch die Nummer drei.

Ein Blick auf die Kader der französischen, portugiesischen, brasilianischen und spanischen Nationalmannschaften zeigt deutlich: Ein Weltklasse-Kader profitiert von den vielfältigen Einflüssen des europäischen Spitzensports, wenn er Spieler aus England, Spanien, Frankreich und Italien vereint, die um große Titel kämpfen. Es ist zwar möglich, mit überwiegend Bayern- und Dortmund-Spielern an die Spitze zu gelangen, jedoch äußerst schwierig.

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