Julian Weigl wechselt von Borussia Mönchengladbach nach Saudi-Arabien

Julian Weigl wechselt von Borussia Mönchengladbach nach Saudi-Arabien

Julian Weigl verlässt Borussia Mönchengladbach und wechselt nach Saudi-Arabien. Dieser Schritt markiert eine Abweichung von dem Potenzial, das er einst zeigte.

Mönchengladbach – Als Julian Draxler im September 2023 von Paris St. Germain zu Al-Ahli SC in Katar wechselte, sorgte dies für großes Aufsehen. Kritiker warfen ihm vor, vor seinem 30. Geburtstag seine sportlichen Ambitionen aufzugeben. Im Gegensatz dazu wird Weigls Wechsel nach Saudi-Arabien, der zwei Jahre später erfolgt, eher mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen.

Ein Grund dafür ist, dass mittlerweile viele Spieler in die Wüste ziehen, wo sie hohe Gehälter erwarten können. Medienberichten zufolge soll Weigl bei Al-Qadsiah ein Nettogehalt von über 21 Millionen Euro beziehen. Borussia Mönchengladbach wird voraussichtlich eine Ablösesumme von rund sieben Millionen Euro erhalten, wobei Weigls Jugendverein 1860 München 180.000 Euro davon erhält.

In der aktuellen Situation ist es nachvollziehbar, dass der 29-jährige Mittelfeldspieler nach Saudi-Arabien wechselt. Er trägt Verantwortung für seine Familie, und das Geld, das ihm dort angeboten wird, reicht sicherlich für ein komfortables Leben. Eine solche Chance ergibt sich nicht oft.

Nach drei Jahren bei Borussia hatte Weigl seinen Status als Stammspieler und Führungspersönlichkeit eingebüßt. Obwohl er freiwillig auf die Kapitänsbinde verzichtete, führte dies nicht zu einem Platz in der Startelf. Spieler wie Rocco Reitz und Philipp Sander zogen an ihm vorbei, und auch Jens Castrop übte Druck auf ihn aus.

Noch im Trainingslager hatte Weigl seine Loyalität zu Gladbach betont und einen Wechsel nahezu ausgeschlossen. Er deutete lediglich an, dass ihn ein außergewöhnliches Angebot umstimmen könnte. Dieses Angebot scheint nun eingetroffen zu sein. Dennoch bleibt die Frage, warum ein solches Angebot aus Saudi-Arabien und nicht von einem europäischen Spitzenklub kommt.

Im Mai 2016 gab Weigl sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft und war sogar Teil des Kaders für die Europameisterschaft in Frankreich, obwohl er dort nur auf der Bank saß. Statt eine Schlüsselrolle im DFB-Team zu übernehmen, kam er nur auf sechs Länderspiele, und auch in Dortmund konnte er sich nicht zum Superstar entwickeln.

Nach der Entlassung von Tuchel am Ende der Saison 2016/17 nahmen Weigls Einsatzzeiten allmählich ab. Vielleicht hätte er eine steilere Karriere gemacht, wenn die BVB-Verantwortlichen dem Wechsel zu Paris St. Germain im Januar 2019 zugestimmt hätten.

Weigl erhielt jedoch erst im Januar 2020 die Freigabe und wechselte für 20 Millionen Euro zu Benfica. Nach zwei Jahren und 115 Pflichtspielen endete sein Abenteuer im Ausland, und er kehrte für etwas mehr als sieben Millionen Euro nach Gladbach zurück.

Weder in Dortmund noch in Lissabon oder Mönchengladbach wurde Weigl zu einem unverzichtbaren Spieler. In Mönchengladbach war er zwar drei Jahre lang gesetzt, doch er war auch ein umstrittener Spieler unter den Fans. Letztendlich erkannte Trainer Gerardo Seoane, dass die defensive Stabilität nur durch personelle Veränderungen erreicht werden kann.

Nach einem Jahrzehnt im europäischen Fußball bleibt festzuhalten, dass Weigl ein solider Spieler, aber kein Spitzenakteur geworden ist. Er wurde nicht zum Dirigenten, Anführer oder Lautsprecher und fiel oft nicht auf. Das einstige Top-Talent wird als gehobener Bundesliga-Durchschnitt in Erinnerung bleiben – nicht schlecht, aber auch nicht herausragend.

Der Wechsel nach Saudi-Arabien symbolisiert den Wendepunkt, der mit der Entlassung von Tuchel in Dortmund 2017 einherging. Dennoch könnte Weigl bei Al-Qadsiah sein persönliches Glück finden, ähnlich wie Draxler in Katar. „Das Wichtigste ist mein Leben und dass ich mit meiner Familie glücklich bin, nicht nur der Fußball. Und heute könnte ich mir nichts Besseres vorstellen“, sagte der 31-Jährige im August gegenüber Le Parisien. Wird Weigl bald in einer ähnlichen Situation sein?

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