Karim Adeyemi erhält zweite Chance nach Waffenvorfall

Karim Adeyemi erhält zweite Chance nach Waffenvorfall

Karim Adeyemi muss nach seinem Strafbefehl keine Konsequenzen seitens des DFB befürchten. Rudi Völler hat den Fall für abgeschlossen erklärt.

Dortmund – Der Wirbel um Karim Adeyemi beschäftigt weiterhin die Fußballwelt, jedoch hat der Vorfall keine Auswirkungen auf seine Karriere in der Nationalmannschaft. DFB-Sportdirektor Rudi Völler stellte in der Sendung „Bild Sport“ bei Welt TV klar, dass der BVB-Profi weiterhin Teil des deutschen Nationalteams bleibt. Der 23-jährige Angreifer erhielt Ende Oktober einen Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes.

Völler zeigte Verständnis für den jungen Spieler und betonte: „Der Junge hat mehr als eine zweite Chance verdient. Das ist ein anständiger Kerl, er hat einen Fehler gemacht.“ Der DFB-Funktionär wollte sich nicht an der Diskussion über den Inhalt der sogenannten „Mystery Box“ beteiligen, die Adeyemi im Internet bestellt hatte und die zu dem rechtskräftigen Strafbefehl führte.

Der Strafbefehl des Amtsgerichts Wetter wurde am 30. Oktober 2025 rechtskräftig, nachdem Adeyemi keinen Einspruch eingelegt hatte. Laut der Süddeutschen Zeitung muss der Nationalspieler eine Geldstrafe von 450.000 Euro zahlen, die sich aus 60 Tagessätzen à 7.500 Euro zusammensetzt, wie die Welt berichtet.

Völler verteidigte den BVB-Profi und erklärte: „Natürlich wusste er, dass es nicht wie ein Überraschungs-Ei ist, dass da ein kleines Auto drin ist. Er war sich jedoch sicher, dass nichts Unerlaubtes oder Illegales enthalten war, und das ist auch absolut glaubwürdig.“ Der DFB-Sportdirektor bezeichnete das Verhalten als „naiv und dumm“.

Adeyemi selbst entschuldigte sich öffentlich und schrieb auf Instagram: „Anfang 2024 habe ich aus Leichtsinn und ohne wirklich darüber nachzudenken, was ich tat, eine sogenannte ‚Mystery Box‘ im Internet bestellt.“ Er bezeichnete sein Verhalten als „einen riesigen Fehler“. In dem Paket befanden sich unter anderem ein Schlagringmesser, ein Schlagring und ein Elektroimpulsgerät.

Anstelle einer Verbandsstrafe wird Adeyemi nun in Absprache mit dem BVB und dem DFB in einem sozialen Projekt in der Dortmunder Nordstadt aktiv. Er wird demnächst mit Kindern gemeinsame Trainingseinheiten absolvieren. Völler wollte dies nicht als „Bestrafung“ bezeichnen, sondern sprach von einer „Erziehungsmaßnahme“. BVB-Geschäftsführer Lars Ricken hatte DFB-Sportdirektor Völler über den Strafbefehl informiert. Sowohl Völler als auch Bundestrainer Julian Nagelsmann führten daraufhin Gespräche mit dem Spieler.

Für die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird Adeyemi nun rein sportlich bewertet. Beim 3:3 gegen den VfB Stuttgart, seinem ersten Bundesligaspiel nach dem Vorfall, erzielte der Angreifer gleich ein Tor und untermauerte seine sportliche Qualität. Der Fall zeigt, dass der DFB bereit ist, jungen Spielern eine zweite Chance zu geben, sofern sie Reue zeigen und sich gesellschaftlich engagieren.

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