Karim Adeyemi muss Geldstrafe zahlen, BVB zeigt Milde
Karim Adeyemi von Borussia Dortmund muss eine hohe Geldstrafe zahlen, doch der Verein zeigt sich nachsichtig. Trainer Niko Kovač beantwortete nun Fragen zu möglichen sportlichen Konsequenzen.
Dortmund – Unüberlegte Entscheidungen sind Teil der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen, und Fußballprofis sind da keine Ausnahme. Im Gegenteil: Sie verdienen viel Geld, haben vergleichsweise viel Freizeit und stehen im Rampenlicht. Karim Adeyemi hat kürzlich schmerzlich erfahren müssen, wie aus Naivität ein Eklat entstehen kann.
Der Strafbefehl gegen den Angreifer ist deutlich: Adeyemi muss 60 Tagessätze à 7.500 Euro zahlen, nachdem er eine „Mystery Box“ bestellt hatte, die ihn unerwartet mit illegalem Waffenbesitz in Verbindung brachte. Der BVB verhängt jedoch eine milde Strafe: Der DFB-Star wird bald mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen eines Sozialprojekts der Dortmunder Nordstadtliga trainieren.
In einer Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart erklärte Niko Kovač, dass das Thema damit für ihn abgeschlossen sei. Auf die Frage, ob es weitere sportliche Erziehungsmaßnahmen geben werde, antwortete der BVB-Coach: „Ich bin ja nicht sein Vater. Ich bin sein Trainer und wir haben gemeinsame Ziele. Jeder im Raum hat in seinem Leben nicht alles richtig gemacht.“
Kovač fügte hinzu: „Das Leben geht weiter, und wir sollten das in einen angemessenen Kontext setzen.“ Die klare Botschaft des Trainers: Adeyemis Fehltritt ist abgehakt, und eine weitere Strafe wird nicht folgen. „Für mich persönlich ist das kein Grund, ihn absichtlich für die nächsten Wochen zu verbannen“, betonte Kovač.
Obwohl Kovač betonte, nicht Adeyemis Vater zu sein, ist bekannt, dass die beiden ein enges Verhältnis pflegen. Es ist daher überraschend, dass Kovač seine persönliche Enttäuschung nicht zur Schau stellte. „Wir haben das gemeinsam aufgearbeitet. Ich glaube, dass er, Lars Ricken und die Jungs aus der Nationalmannschaft alles dazu gesagt haben“, sagte er.
Adeyemi wird also gegen den VfB Stuttgart nicht als Disziplinarmaßnahme auf der Bank sitzen. Ob er in der Startelf stehen wird, ist jedoch ungewiss. Angesichts der Tatsache, dass der BVB derzeit keine Verletzungssorgen hat, gibt es viel Konkurrenz. Zudem waren Adeyemis Leistungen vor der Länderspielpause nicht so stark, dass er über jeden Zweifel erhaben wäre. Kovač bemerkte: „Der Konkurrenzkampf ist groß, und jeder Einzelne steht unter Druck von seinen Mitspielern.“
„Die Entscheidungen, die ich treffen werde, werden sicherlich wieder eng werden“, erklärte Kovač am Donnerstag. Ob eine solche enge Entscheidung gegen Adeyemi ausfällt, bleibt abzuwarten – und ob dies tatsächlich nichts mit seiner Unüberlegtheit und dem damit verbundenen Aufruhr zu tun hätte, bleibt fraglich.